speiübel
Speiübel bedeutet umgangssprachlich sehr übel, beinahe zum Erbrechen.
Was bedeutet speiübel?
Das Wort verstärkt die Empfindung von Übelkeit. Es wird vor allem gebraucht, wenn jemand den eigenen Zustand deutlich und anschaulich ausdrücken möchte. Tatsächliches Erbrechen ist damit noch nicht gesagt: Das Wort kann das starke Gefühl davor beschreiben.
Typisch ist die Verbindung mir ist speiübel. Die betroffene Person steht dabei im Dativ. Die kürzere Aussage mir ist übel klingt weniger nachdrücklich. Speiübel gehört eher zu einem persönlichen Gespräch oder einer lebendigen Erzählung als zu einem nüchternen Fachbericht.
Übertragen kann jemand mit dem Ausdruck auch starke Abscheu ausdrücken. Dann richtet sich die Aussage etwa gegen eine als unerträglich empfundene Lüge. Ob wirklich körperliche Übelkeit hinzukommt, muss der Zusammenhang zeigen; die starke Wortwahl allein entscheidet das nicht.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Mir ist nach der Fahrt speiübel.“ Die Person beschreibt eine sehr starke Übelkeit.
- „Ihr wurde bei dem Geruch speiübel.“ Wer die Empfindung hat, steht im Dativ.
- „Bei dieser dreisten Ausrede wird mir speiübel.“ Der Satz kann bildlich große Abscheu ausdrücken.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Übel ist weniger stark und besitzt außerdem andere Bedeutungen, etwa schlecht oder schlimm. Speiübel ist wesentlich enger auf starke Übelkeit oder eine entsprechende Abscheu bezogen.
Erbrochen bezeichnet eine bereits geschehene Handlung beziehungsweise deren Ergebnis. Speiübel beschreibt zunächst eine Empfindung.
Schreibweise und Grammatik
Speiübel wird zusammengeschrieben. Gewöhnlich steht es ohne Beugung in mir ist speiübel, ihr wird speiübel oder ihnen war speiübel. Vor einem Substantiv ist eine Umschreibung wie ein Fahrgast mit starker Übelkeit meist natürlicher.
Steigerung
Das Wort enthält bereits eine starke Verstärkung und wird gewöhnlich nicht weiter gesteigert. Für Veränderungen lässt sich sagen, dass die Übelkeit stärker oder schwächer wird.
| Verwendung | Beispiel | Grammatik |
|---|---|---|
| Zustand | Mir ist speiübel. | Dativ + sein + unverändertes Adjektiv |
| Beginn | Ihr wird speiübel. | Dativ + werden |
| Vergangenheit | Ihnen war speiübel. | Dativ im Plural |
| Umschreibung vor einem Nomen | ein Fahrgast mit starker Übelkeit | Natürliche Alternative zur seltenen attributiven Form |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung sagt eine Figur, ihr werde bei den Ausreden ihres Geschäftspartners speiübel. Der Absatz nennt keine körperlichen Beschwerden, sondern zählt die wiederholten Täuschungen auf. Eine Analyse erklärt die drastische Wortwahl im Zusammenhang mit dieser Empörung.
Speiübel verstärkt hier die Abscheu gegenüber dem geschilderten Verhalten. Die körperliche Empfindung liefert das sprachliche Bild.
Die Deutung bleibt eine Kontextentscheidung. Ohne die weiteren Sätze wäre auch wirkliche Übelkeit möglich; eine medizinische Ursache nennt das Wort nicht.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
