süß
Süß bezeichnet einen zucker- oder honigartigen Geschmack oder übertragen etwas niedlich, liebenswert oder angenehm Empfundenes.
Was bedeutet süß?
In der Geschmacksbeschreibung ist süß eine eigene Richtung. Die Angabe beschreibt eine Wahrnehmung und ist keine vollständige Auskunft über Zutaten oder Nährwerte. Eine süß schmeckende Speise lässt sich nicht allein dadurch hinsichtlich ihrer Zusammensetzung beurteilen.
Übertragen werden Tiere, Gegenstände, Gesten oder Menschen süß genannt, wenn sie als niedlich oder liebenswert wahrgenommen werden. Das ist eine persönliche Bewertung. Gegenüber Erwachsenen kann die Bezeichnung je nach Beziehung freundlich, vertraulich oder verniedlichend wirken.
Auch ein Klang, eine Erinnerung oder eine Vorstellung kann süß heißen. Dann wird ein angenehmer, lieblicher oder verlockender Eindruck vermittelt. Die konkrete Bedeutung erschließt sich aus dem bezeichneten Gegenstand.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Der Nachtisch ist süß, enthält aber zugleich eine deutlich saure Note.“ Verschiedene Geschmackseindrücke können nebeneinander bestehen.
- „Die Figur findet das kleine Stofftier süß.“ Hier ist niedlich oder liebenswert gemeint, nicht essbar oder zuckerhaltig.
- „Das ist süß von dir, sagt sie nach der aufmerksamen Geste.“ Die Reaktion bewertet die Handlung als liebevoll oder freundlich.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Süßlich kann einen schwach süßen Eindruck oder eine unangenehm süße Note bezeichnen. Es ist nicht in jedem Kontext einfach die stärkere Form von süß.
Niedlich passt zur übertragenen Bewertung kleiner oder liebenswert wirkender Dinge. Freundlich beschreibt eine Haltung oder Handlung und vermeidet eher den verniedlichenden Ton.
Schreibweise und Grammatik
Süß wird mit ü und ß geschrieben. Formen sind ein süßer Geschmack, eine süße Geste und mit süßen Früchten. In der Schweiz und Liechtenstein lautet die Schreibung süss.
Steigerung
Die Steigerung lautet süß – süßer – am süßesten. Der Superlativ enthält -esten. Bei einem Vergleich sollte erkennbar sein, ob Geschmack, Niedlichkeit oder ein anderer angenehmer Eindruck gemeint ist.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | süßer | süße | süßes | süße |
| Genitiv | süßen | süßer | süßen | süßer |
| Dativ | süßem | süßer | süßem | süßen |
| Akkusativ | süßen | süße | süßes | süße |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | süße | süße | süße | süßen |
| Genitiv | süßen | süßen | süßen | süßen |
| Dativ | süßen | süßen | süßen | süßen |
| Akkusativ | süßen | süße | süße | süßen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | süßer | süße | süßes | süßen |
| Genitiv | süßen | süßen | süßen | süßen |
| Dativ | süßen | süßen | süßen | süßen |
| Akkusativ | süßen | süße | süßes | süßen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene legt eine Figur ihrer Freundin einen kleinen Zettel mit einer aufmunternden Nachricht hin. Die Freundin nennt die Geste süß und hebt hervor, dass jemand an ihren schwierigen Tag gedacht hat.
Süß bewertet hier die aufmerksame, liebevoll gemeinte Handlung. Der Ausdruck sagt nichts über Geschmack oder einen Gegenstand aus, sondern über die empfundene Zuwendung.
Die Erklärung macht die übertragene Bedeutung aus dem Anlass verständlich. Ob eine solche Formulierung passend klingt, hängt von Beziehung und Gesprächston ab.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
