todgeweiht

Todgeweiht bedeutet dem Tod oder, übertragen, einem nahen Ende entgegengehend. Das Wort stellt den Ausgang häufig als unausweichlich dar.

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Was bedeutet todgeweiht?

Eine todgeweihte Figur wird in einer Erzählung so beschrieben, als sei ihr Tod bereits absehbar oder bestimmt. Diese Perspektive kann Wissen der Erzählinstanz ausdrücken, aber auch nur die Überzeugung einer Figur. Beides muss unterschieden werden.

Übertragen kann eine Einrichtung, ein Vorhaben oder eine Ordnung todgeweiht heißen. Dann wird ihr Untergang beziehungsweise Scheitern als sicher dargestellt. Das ist eine starke Prognose, für die im sachlichen Text Gründe nötig wären.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Erzählerin stellt den Helden früh als todgeweiht vor.“ Der erwartete Ausgang prägt die Spannung der Geschichte.
  • „Die Figur hält das Unternehmen für todgeweiht.“ Der Satz markiert eine Einschätzung und keine feststehende Tatsache.
  • „Das vermeintlich todgeweihte Projekt wird überraschend fortgesetzt.“ Die spätere Entwicklung widerlegt die frühere Erwartung.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Gefährdet lässt offen, ob der schlechte Ausgang eintritt. Todgeweiht stellt ihn deutlich stärker als bevorstehend dar.

Tot bezeichnet bereits eingetretenen Tod oder übertragene Funktionslosigkeit; todgeweiht blickt auf ein erwartetes Ende.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet todgeweiht, mit d in Tod und h in geweiht. Beugung: ein todgeweihter Held, die todgeweihte Stadt.

Steigerung

Eine gewöhnliche Steigerung ist nicht üblich. Unterschiedliche Risiken beschreibt man besser als „stärker gefährdet“ und begründet die Abstufung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtodgeweihtertodgeweihtetodgeweihtestodgeweihte
Genitivtodgeweihtentodgeweihtertodgeweihtentodgeweihter
Dativtodgeweihtemtodgeweihtertodgeweihtemtodgeweihten
Akkusativtodgeweihtentodgeweihtetodgeweihtestodgeweihte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtodgeweihtetodgeweihtetodgeweihtetodgeweihten
Genitivtodgeweihtentodgeweihtentodgeweihtentodgeweihten
Dativtodgeweihtentodgeweihtentodgeweihtentodgeweihten
Akkusativtodgeweihtentodgeweihtetodgeweihtetodgeweihten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativtodgeweihtertodgeweihtetodgeweihtestodgeweihten
Genitivtodgeweihtentodgeweihtentodgeweihtentodgeweihten
Dativtodgeweihtentodgeweihtentodgeweihtentodgeweihten
Akkusativtodgeweihtentodgeweihtetodgeweihtestodgeweihten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung kündigt der Erzähler den Tod einer Figur schon an, bevor diese ihre Reise beginnt.

Die Hauptfigur erscheint von Anfang an todgeweiht. Spannung entsteht deshalb weniger aus der Frage, ob sie überlebt, als daraus, wie es zu dem angekündigten Ende kommt.

Die Analyse nutzt die ausdrücklich genannte Erzählinformation. Ohne solche Sicherheit wäre „wirkt gefährdet“ möglicherweise genauer.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.