verwerflich

Verwerflich bedeutet moralisch nicht zu rechtfertigen und deshalb deutlich abzulehnen.

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Was bedeutet verwerflich?

Verwerflich ist ein starkes Werturteil über eine Handlung, Absicht oder Haltung. Es sagt mehr als ungeschickt oder unpraktisch: Der Vorwurf betrifft die moralische Bewertung, beispielsweise den bewussten Missbrauch von Vertrauen.

In einer Analyse sollte erkennbar bleiben, wer urteilt und warum. Ein Erzähler kann eine Tat verwerflich nennen; eine Figur kann ihr Verhalten dagegen rechtfertigen. Die Darstellung dieser unterschiedlichen Urteile ist zunächst von einer eigenen Bewertung zu unterscheiden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Figur nutzt ein ihr anvertrautes Geheimnis, um einen Freund absichtlich bloßzustellen; die Erzählerin bewertet das als verwerflich.“ Der Vertrauensmissbrauch ist der konkrete Gegenstand des moralischen Urteils.
  • „Eine ungeschickte Formulierung ist nicht schon deshalb verwerflich, weil sie missverstanden wird.“ Ein sprachlicher Fehler wird von einem schweren moralischen Vorwurf getrennt.
  • „Der Text erklärt, weshalb die Figur ihre eigene Handlung für nicht verwerflich hält.“ Die Perspektive der handelnden Figur wird kenntlich gemacht.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Unethisch bezieht sich auf einen Widerspruch zu ethischen Maßstäben. Verwerflich trägt ein besonders deutlich verurteilendes Urteil in die Formulierung.

Verboten beschreibt eine untersagte Handlung. Moralische Bewertung und geltende Verbote sind unterschiedliche Maßstäbe und dürfen sprachlich nicht automatisch gleichgesetzt werden.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt verwerflich mit f vor -lich. Formen sind eine verwerfliche Absicht und aus verwerflichen Beweggründen. Die bewertende Person lässt sich ergänzen: in ihren Augen verwerflich.

Steigerung

Die Steigerung lautet verwerflich – verwerflicher – am verwerflichsten. Ein Vergleich moralischer Schwere braucht nachvollziehbare Kriterien und darf nicht bloß durch die Steigerungsform behauptet werden.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativverwerflicherverwerflicheverwerflichesverwerfliche
Genitivverwerflichenverwerflicherverwerflichenverwerflicher
Dativverwerflichemverwerflicherverwerflichemverwerflichen
Akkusativverwerflichenverwerflicheverwerflichesverwerfliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativverwerflicheverwerflicheverwerflicheverwerflichen
Genitivverwerflichenverwerflichenverwerflichenverwerflichen
Dativverwerflichenverwerflichenverwerflichenverwerflichen
Akkusativverwerflichenverwerflicheverwerflicheverwerflichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativverwerflicherverwerflicheverwerflichesverwerflichen
Genitivverwerflichenverwerflichenverwerflichenverwerflichen
Dativverwerflichenverwerflichenverwerflichenverwerflichen
Akkusativverwerflichenverwerflicheverwerflichesverwerflichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Figur verspricht, einen privaten Brief aufzubewahren. Später liest sie ihn anderen vor, um dessen Verfasser öffentlich zu beschämen.

Die Handlung erscheint verwerflich, weil die Figur bewusst ein gegebenes Versprechen bricht und vertrauliche Informationen zur Demütigung nutzt.

Das Urteil wird durch Absicht und Handlung begründet. Die Analyse sollte trotzdem zwischen dieser konkreten Tat und einer pauschalen Bewertung jedes Verhaltens der Figur unterscheiden.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.