völkisch

Völkisch bezeichnet heute vor allem eine nationalistische Vorstellung von Volk als angeblich durch Abstammung bestimmter, einheitlicher Gemeinschaft.

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Was bedeutet völkisch?

Der Ausdruck ist politisch und historisch stark belastet. Völkische Vorstellungen verbinden Zugehörigkeit häufig mit vermeintlich unveränderlichen Herkunftsmerkmalen und grenzen Menschen aus, die nicht in dieses Bild passen. Der Begriff ist daher kein neutrales Ersatzwort für volksnah.

In älteren Quellen kann völkisch auch allgemeiner das Volk oder die Nation betreffend heißen. Für eine historische Analyse müssen Entstehungszeit und konkreter Sprachgebrauch gelesen werden. Eine ältere Verwendung darf weder ungeprüft verharmlost noch ohne Kontext vollständig mit jeder späteren Bedeutung gleichgesetzt werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Text untersucht eine völkische Vorstellung von Zugehörigkeit.“ Die Analyse fragt nach den behaupteten Abstammungs- und Ausschlusskriterien.
  • „Die Figur vertritt völkische Ideen und spricht anderen aufgrund ihrer Herkunft die Zugehörigkeit ab.“ Die Einordnung wird an einem konkreten Ausschluss begründet.
  • „Volksnah und völkisch sind keine austauschbaren Adjektive.“ Nähe zur Bevölkerung ist nicht dieselbe Vorstellung wie eine abstammungsbezogene Ideologie.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Volkseigen gehört insbesondere zur Geschichte sozialistischer Eigentumsbezeichnungen. Es hat eine andere Bedeutung als völkisch.

Verfassungsfeindlich beurteilt das Verhältnis zu Verfassungsgrundsätzen. Eine solche Einordnung benötigt zusätzlich eine konkrete Prüfung der jeweiligen Bestrebungen.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt völkisch mit ö und k. Formen sind eine völkische Ideologie und völkische Vorstellungen. In einer sachlichen Analyse wird die Zuordnung begründet.

Steigerung

Die Formen völkischer und am völkischsten sind sprachlich möglich. Aussagekräftiger ist meist eine Beschreibung der konkreten Vorstellungen und ihrer Entwicklung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvölkischervölkischevölkischesvölkische
Genitivvölkischenvölkischervölkischenvölkischer
Dativvölkischemvölkischervölkischemvölkischen
Akkusativvölkischenvölkischevölkischesvölkische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvölkischevölkischevölkischevölkischen
Genitivvölkischenvölkischenvölkischenvölkischen
Dativvölkischenvölkischenvölkischenvölkischen
Akkusativvölkischenvölkischevölkischevölkischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvölkischervölkischevölkischesvölkischen
Genitivvölkischenvölkischenvölkischenvölkischen
Dativvölkischenvölkischenvölkischenvölkischen
Akkusativvölkischenvölkischevölkischesvölkischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen politischen Erzählung erklärt ein Redner, nur Menschen einer bestimmten Abstammung könnten zur Gemeinschaft gehören. Die Analyse zeigt, wie er damit andere Bewohner grundsätzlich ausschließt.

Die Rede enthält eine völkische Vorstellung von Zugehörigkeit. Das entscheidende Merkmal ist der behauptete Vorrang der Abstammung gegenüber dem tatsächlichen Zusammenleben der Menschen.

Der Absatz beschreibt und kritisiert eine ideologische Konstruktion. Er übernimmt deren Vorstellung natürlicher oder unterschiedlich wertvoller Menschengruppen nicht als Tatsache.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.