volkseigen

Volkseigen bedeutet in sozialistischen Eigentumsbezeichnungen dem Volk beziehungsweise der Gesellschaft zugeordnet, besonders im historischen Sprachgebrauch der DDR.

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Was bedeutet volkseigen?

Bekannt ist die Verbindung volkseigener Betrieb mit der Abkürzung VEB. Sie bezeichnete einen Betrieb in der entsprechenden sozialistischen Eigentums- und Wirtschaftsordnung. Das Adjektiv erklärt dabei keine unmittelbaren persönlichen Eigentumsanteile jedes einzelnen Menschen.

Volkseigen ist deshalb nicht einfach eine Umschreibung für allen jederzeit frei zugänglich. Ein Betrieb konnte volkseigen heißen, ohne dass jede Person über seine Maschinen oder Erzeugnisse nach eigenem Ermessen verfügen konnte. Der Begriff gehört in seinen historischen institutionellen Zusammenhang.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Archivaufnahme zeigt das Schild eines volkseigenen Betriebs.“ Die Bezeichnung wird historisch eingeordnet.
  • „Im Text steht VEB als Abkürzung für volkseigener Betrieb.“ Das Adjektiv ist Teil einer festen Wirtschaftsbezeichnung.
  • „Volkseigen bedeutet nicht, dass jede Person einen Gegenstand beliebig mitnehmen durfte.“ Eigentumsordnung und individueller Zugriff sind verschieden.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Völkisch bezeichnet eine andere politische Vorstellung. Die gemeinsame Wortbasis Volk macht beide Ausdrücke nicht bedeutungsgleich.

Verfügbar betrifft eine konkrete Möglichkeit des Zugriffs. Volkseigen bezeichnet zunächst eine Eigentumszuordnung.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt volkseigen zusammen und mit Fugen-s. Formen sind ein volkseigener Betrieb und volkseigene Betriebe. In Eigennamen oder historischen amtlichen Bezeichnungen ist deren überlieferte Schreibung zu beachten.

Steigerung

Volkseigen wird gewöhnlich nicht gesteigert. Unterschiede zwischen Eigentumsformen benötigen eine eigene sachliche Beschreibung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvolkseigenervolkseigenevolkseigenesvolkseigene
Genitivvolkseigenenvolkseigenervolkseigenenvolkseigener
Dativvolkseigenemvolkseigenervolkseigenemvolkseigenen
Akkusativvolkseigenenvolkseigenevolkseigenesvolkseigene
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvolkseigenevolkseigenevolkseigenevolkseigenen
Genitivvolkseigenenvolkseigenenvolkseigenenvolkseigenen
Dativvolkseigenenvolkseigenenvolkseigenenvolkseigenen
Akkusativvolkseigenenvolkseigenevolkseigenevolkseigenen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvolkseigenervolkseigenevolkseigenesvolkseigenen
Genitivvolkseigenenvolkseigenenvolkseigenenvolkseigenen
Dativvolkseigenenvolkseigenenvolkseigenenvolkseigenen
Akkusativvolkseigenenvolkseigenevolkseigenesvolkseigenen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Museumsaufgabe soll eine Schülerin ein altes Betriebsschild erklären. Sie löst die Abkürzung VEB auf und ordnet den Ausdruck in die damalige Wirtschaftsordnung ein.

Der Betrieb wird als volkseigen bezeichnet. Die Erläuterung erklärt die historische Eigentumsform, ohne daraus eine unmittelbare Verfügungsmacht jedes einzelnen Bewohners abzuleiten.

Der Absatz erschließt eine historische Bezeichnung. Er setzt ihre damalige politische Selbstdarstellung nicht unbesehen mit allen tatsächlichen Mitbestimmungsmöglichkeiten gleich.

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