link
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- link
- Worttrennung
- link
- Komparativ
- linker
- Superlativ
- am linksten
Die Steigerung gehört besonders zum umgangssprachlichen Sinn unredlich. Die räumliche Seitenangabe wird nur vor einem Nomen gebraucht und gewöhnlich nicht gesteigert. Der Internet-Link ist ein anderes Wort und Substantiv.
Umgangssprachlich für unaufrichtig, fragwürdig oder nicht vertrauenswürdig; ein negatives Urteil über Menschen, Verhalten oder Geschäfte.
Was bedeutet link?
Link ist in einer Personenbeschreibung ein umgangssprachliches, negatives Urteil. Jemand handelt aus Sicht des Sprechers falsch, unaufrichtig oder auf eine fragwürdige Weise. Eine linke Sache kann beispielsweise eine Abmachung sein, bei der ein Beteiligter absichtlich wesentliche Bedingungen verschweigt. Das Wort deutet auf mangelnde Vertrauenswürdigkeit, benennt aber noch nicht den genauen Vorgang.
Deshalb sollte die Bewertung durch eine konkrete Handlung erläutert werden. Wurde eine Zusage nur vergessen, eine Information falsch verstanden oder jemand gezielt getäuscht? Diese Unterschiede lassen sich mit dem pauschalen Wort link allein nicht klären. In einer Erzählung kann das Adjektiv auch die Verärgerung oder das Misstrauen der sprechenden Figur zeigen, ohne deren Verdacht bereits zu bestätigen.
Dieser Gebrauch ist von der räumlichen oder politischen Bedeutung in linke Seite und linke Ansichten zu trennen. Eine politische Einordnung sagt nichts über Vertrauenswürdigkeit aus. Ebenfalls ein anderes Wort ist das großgeschriebene Nomen Link für eine anklickbare Verknüpfung. Gerade bei kurzen Überschriften und isolierten Beispielen muss der Zusammenhang die gemeinte Bedeutung deutlich machen.
Drei Beispiele für link
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Sie fand sein Vorgehen link, weil er ihr Unterstützung zugesagt und den gemeinsamen Plan anschließend heimlich gegen sie verwendet hatte.“
Die gebrochene Zusage und das verdeckte Handeln erklären das negative Urteil. Es bleibt nicht bei einer unbegründeten Beschimpfung.
„Der Erzähler nennt den neuen Nachbarn einen linken Typen, führt dafür aber nur dessen zurückhaltende Art an.“
Die Begründung trägt den Verdacht nicht. Zurückhaltung ist kein Beweis für Unaufrichtigkeit.
„Seine linken politischen Ansichten standen in diesem Gespräch nicht zur Debatte; kritisiert wurde eine gebrochene Zusage.“
Das Beispiel trennt eine politische Bezeichnung von der Bewertung eines konkreten Verhaltens. Die ähnliche Wortform darf beide Fragen nicht vermischen.
Synonyme für link: passend zum Zusammenhang
Link ist als abwertende Personen- oder Verhaltensbeschreibung umgangssprachlich. Gemeint ist ein fragwürdiges, unaufrichtiges oder unfair wirkendes Vorgehen. Die möglichen Ersatzwörter sind genauer, können aber auch stärkere Behauptungen enthalten. Deshalb sollte der konkrete Vorgang geklärt werden, bevor aus einem vagen Misstrauen eine feste Aussage über bewusste Täuschung wird.
| Ersatzwort | Passt bei | Unterschied |
|---|---|---|
| unehrlich | bewusst falschen Angaben oder Verstellung | Benennt fehlende Ehrlichkeit ausdrücklich. Ein bloßer Irrtum genügt für diesen Vorwurf nicht. |
| hinterhältig | verdecktem schädigendem Vorgehen | Betont den Gegensatz zwischen sichtbarem Auftreten und heimlicher Handlung und ist ein starker Vorwurf. |
| unfair | benachteiligenden Verfahren oder Handlungen | Kann eine linke Behandlung genauer treffen, ohne zwingend eine Lüge zu behaupten. |
Wörter im Satz vergleichen
Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.
Ausgangssatz: „Die Konkurrentin hält sein Verschweigen der bekannten Bedingung für link.“
Alternative: „Die Konkurrentin hält sein Verschweigen der bekannten Bedingung für unehrlich.“
Unehrlich passt, wenn die Information bewusst zurückgehalten wird, um einen falschen Eindruck zu erzeugen. Dass er die Bedingung kennt, ist dafür eine wichtige Angabe.
Ausgangssatz: „Die Gruppe nennt es link, nachträglich nur ihre Punkte abzuziehen.“
Alternative: „Die Gruppe nennt es unfair, nachträglich nur ihre Punkte abzuziehen.“
Unfair benennt die beanstandete Ungleichbehandlung direkter. Es ist damit noch nicht gesagt, dass die Entscheidung auf einer Lüge beruht oder heimlich vorbereitet wurde.
Hier passt der Austausch nicht: Politisch links und die linke Seite enthalten keine Aussage über Vertrauenswürdigkeit. Auch der großgeschriebene Link zu einer Webseite ist ein anderes Wort. Ein Synonymaustausch muss diese gleich oder ähnlich geschriebenen Verwendungen auseinanderhalten.
Bei einer Charakterisierung bietet die Formulierung „Sie empfindet das Vorgehen als link“ einen wichtigen Perspektivhinweis. Anschließend sollte die Handlung erläutert werden. Zurückhaltung, Fremdheit oder ein unangenehmer erster Eindruck reichen nicht als Beleg für Unehrlichkeit oder Hinterhältigkeit.
Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
- Arglistig
- Betont eine gezielte, verdeckte Täuschungsabsicht. Link ist alltagssprachlich weiter und kann auch nur einen vagen Verdacht mangelnder Vertrauenswürdigkeit ausdrücken.
- Listig
- Bezeichnet geschickt verborgene Einfälle oder Mittel zur Zielerreichung. Listig kann im Zusammenhang anerkennend wirken; link ist als Personenurteil deutlich negativ.
- Ehrlich
- Bezeichnet Verhalten ohne bewusste Täuschung oder Verstellung. Ob eine falsche Aussage unehrlich ist, hängt auch davon ab, was die sprechende Person weiß.
Schreibung und Grammatik
Als Adjektiv wird link kleingeschrieben: eine linke Sache, ein linker Trick, das war link. Das Nomen für eine digitale Verknüpfung heißt dagegen der Link und wird großgeschrieben. Gebeugte Formen wie linke können außerdem räumliche oder politische Bedeutungen haben. Eine Angabe wie auf der linken Seite oder politisch links klärt den Zusammenhang, ohne eine Charakterbewertung auszudrücken.
Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.
Beugung von link
Ein linker Trick ist umgangssprachlich unehrlich. Linke Seite und linke Politik haben andere Bedeutungen; der großgeschriebene Internet-Link ist außerdem ein Substantiv und gehört nicht zu dieser Adjektivtabelle.
Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | linker | linke | linkes | linke |
| Genitiv | linken | linker | linken | linker |
| Dativ | linkem | linker | linkem | linken |
| Akkusativ | linken | linke | linkes | linke |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | linke | linke | linke | linken |
| Genitiv | linken | linken | linken | linken |
| Dativ | linken | linken | linken | linken |
| Akkusativ | linken | linke | linke | linken |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | linker | linke | linkes | linken |
| Genitiv | linken | linken | linken | linken |
| Dativ | linken | linken | linken | linken |
| Akkusativ | linken | linke | linkes | linken |
Herkunft und Wortbildung
Das abwertende Adjektiv link hat einen Gebrauch in der Gaunersprache und gehört historisch zur Wortfamilie der Richtungsbezeichnung linke, linker, linkes. Die heutigen Bedeutungen sind trotzdem auseinanderzuhalten. Besonders der großgeschriebene Link für eine Internetverknüpfung ist als Substantiv von diesem Personenurteil zu unterscheiden.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur verspricht Unterstützung, verwendet die erhaltenen Informationen aber heimlich zum eigenen Vorteil gegen ihre Partnerin. Diese nennt das Vorgehen link. Die Analyse kann den Vorwurf an der gebrochenen Zusage erklären und die umgangssprachliche Schärfe der Äußerung beschreiben. Ein bloßer fremder oder zurückhaltender Eindruck würde die Zuschreibung nicht tragen.
Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.
