Meine Wörter

mutlos

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
mutlos
Worttrennung
mut·los
Komparativ
mutloser
Superlativ
am mutlosesten

Formen und Verwendung im Detail

Mutlos: Wenig oder keinen Mut und kaum Zuversicht für einen weiteren Schritt habend; nach Schwierigkeiten oder Enttäuschungen entkräftet in der eigenen Hoffnung.

Was bedeutet mutlos?

Mutlos ist jemand, der sich einen nächsten Schritt kaum noch zutraut oder wenig Aussicht auf ein Gelingen sieht. Nach mehreren Misserfolgen kann eine Aufgabe unüberwindbar erscheinen. Das Wort beschreibt dann vor allem fehlende Zuversicht und den geschwächten Antrieb, sich der Schwierigkeit erneut zu stellen.

Mutlosigkeit muss keine dauerhafte Eigenschaft sein. Ein Gespräch, neue Informationen oder ein überschaubarer erster Schritt können den Zustand verändern. In einer Erzählung ist deshalb interessant, wann die Figur mutlos wird, wodurch sie wieder Zutrauen gewinnt und ob sie trotz der geringen Hoffnung handelt.

Mutlos ist nicht dasselbe wie faul oder feige. Wer eine Aufgabe für aussichtslos hält, kann sich zuvor intensiv bemüht haben. Auch eine vernünftige Entscheidung, einen ungeeigneten Weg aufzugeben, muss nicht auf Mutlosigkeit beruhen. Die Charakterisierung sollte zwischen verlorener Zuversicht, Erschöpfung und einer begründeten Neuorientierung unterscheiden.

Auf den PunktMutlos beschreibt geschwächten Mut und fehlende Zuversicht. Daraus folgt weder geringe Anstrengung noch ein unveränderlicher Charakterzug.

Beispiele und Verwendung

Nach mehreren Absagen blickte sie mutlos auf die nächste Bewerbung.

So ist es gemeint: Die geringe Zuversicht wird mit wiederholten Enttäuschungen verbunden.

Er war mutlos, begann mit Unterstützung aber dennoch einen kleinen neuen Versuch.

So ist es gemeint: Ein innerer Zustand und die trotzdem erfolgende Handlung werden unterschieden.

Sie beendete den ungeeigneten Versuch aus guten Gründen, nicht aus Mutlosigkeit.

So ist es gemeint: Ein Abbruch kann eine begründete Entscheidung statt ein Verlust von Zutrauen sein.

Typische Verbindungen: mutlos werden, mutlos aufgeben, ein mutloser Blick, sich mutlos fühlen.

Synonyme für mutlos: passend zum Zusammenhang

Mutlos beschreibt fehlende Zuversicht oder den geschwächten Mut zu einem weiteren Schritt. Andere Wörter rücken die Ursache, die Stimmung oder das Aufgeben in den Vordergrund. Ein Ersatz sollte nicht aus einer vorübergehenden Enttäuschung vorschnell eine endgültige Hoffnungslosigkeit machen.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
entmutigtEin Erlebnis oder wiederholter Misserfolg hat das Zutrauen geschwächt.Hebt deutlicher hervor, dass etwas den Mut genommen hat. Der Zustand muss nicht dauerhaft bleiben.
resigniertJemand hat sich mit einer unerwünschten Lage abgefunden und erwartet kaum Veränderung.Geht oft weiter als mutlos, weil das innere Aufgeben oder Sichabfinden stärker hervortritt.
verzagtEine Schwierigkeit lässt jemanden zaghaft und ohne rechten Mut handeln.Klingt eher gehoben und betont neben fehlendem Zutrauen ein zögerndes Verhalten.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Nach dem dritten misslungenen Versuch ist Kira mutlos.“

Alternative: „Nach dem dritten misslungenen Versuch ist Kira entmutigt.“

Entmutigt verbindet den Zustand deutlicher mit den vorausgegangenen Versuchen. Es behauptet nicht, dass Kira grundsätzlich wenig Mut besitzt oder nie erneut beginnen wird.

Ausgangssatz: „Der Bewerber legt die Unterlagen mutlos beiseite.“

Alternative: „Der Bewerber legt die Unterlagen resigniert beiseite.“

Resigniert lässt stärker an ein inneres Aufgeben denken. Wenn der Bewerber nur eine Pause braucht und weiterarbeiten möchte, wäre die Alternative zu weitreichend.

Nicht gleichbedeutend: Missmutig bezeichnet schlechte Laune. Eine missmutige Person kann fest an den Erfolg glauben; eine mutlose Person kann sich gleichzeitig freundlich und ruhig verhalten.

Beim Formulieren: Bei jemandem den Mut nehmen wird die Ursache ausdrücklich benannt. Die Person steht im Dativ: Die Absagen nehmen ihm den Mut. Diese Konstruktion ergänzt eine Verursachung, die im bloßen mutlos nicht immer festgelegt ist.

Beachte in Erzählungen, ob die Figur trotz geringer Hoffnung handelt. Ein zögernder neuer Versuch kann zeigen, dass die Figur noch wenig Zuversicht besitzt, aber trotzdem wieder handelt. Er kann damit eine allmähliche Überwindung ihrer Mutlosigkeit vorbereiten.

Weitere Abgrenzungen: Synonyme und Bedeutungsunterschiede
hoffnungslos
Kann eine besonders weitreichende fehlende Hoffnung oder eine als aussichtslos bewertete Lage bezeichnen. Mutlos betont stärker das persönliche Zutrauen zum Handeln.
bedrückt
Beschreibt eine belastete, niedergeschlagene Stimmung. Der fehlende Mut zu einem nächsten Schritt muss dabei nicht im Mittelpunkt stehen.
missmutig
Bedeutet schlecht gelaunt oder verdrießlich und ist trotz der ähnlichen Form nicht gleichbedeutend mit mutlos.

mutig und hoffnungsvoll können je nach Schwerpunkt einen Gegenpol bilden. Mutiges Handeln kann jedoch auch bei noch geringer Zuversicht beginnen.

Mutlos in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Bewerbungsgeschichte hat Milan mehrere Absagen erhalten. Er erklärt, ein weiterer Versuch werde ohnehin nichts ändern, und lässt die nächste Bewerbung zunächst liegen. Eine Freundin hilft ihm, eine konkrete Schwäche im Anschreiben zu erkennen. Milan arbeitet daran weiter, obwohl er noch Zweifel äußert.

  1. Beobachtung: Milan erwartet nach den Absagen kaum noch eine Veränderung und traut dem nächsten Versuch wenig zu.
  2. Deutung: Er ist zunächst mutlos. Die spätere Mitarbeit zeigt, dass dieser Zustand nicht jeden Handlungsspielraum aufhebt.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene belegt weder Faulheit noch einen sicheren künftigen Erfolg. Sie zeigt einen begrenzten Neubeginn bei weiterhin vorhandenen Zweifeln.

Musterformulierung

Milan wirkt nach den Absagen mutlos, weil er vom nächsten Versuch keine Veränderung mehr erwartet. Mit der konkreten Rückmeldung gewinnt er jedoch einen Ansatz zum Weiterarbeiten. Dass er trotz verbleibender Zweifel am Anschreiben arbeitet, zeigt eine beginnende Veränderung seiner Haltung, ohne bereits volle Zuversicht zu behaupten.

Der Absatz zeichnet die zeitliche Entwicklung nach. Er hält geringe Hoffnung, konkretes Handeln und späteren Erfolg auseinander.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
mut·los
Verwandtes Nomen
die Mutlosigkeit

Mutlos wird zusammengeschrieben und ohne Umlaut gebildet. Formen sind ein mutloser Versuch und mit mutloser Stimme. Die Steigerung lautet mutloser, am mutlosesten. Sie vergleicht das Ausmaß fehlender Zuversicht, auch wenn die Endung -los sprachlich ein Fehlen ausdrückt.

Grundformmutlos
Komparativmutloser
Superlativam mutlosesten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativmutlosermutlosemutlosesmutlose
Genitivmutlosenmutlosermutlosenmutloser
Dativmutlosemmutlosermutlosemmutlosen
Akkusativmutlosenmutlosemutlosesmutlose
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder mutlosedie mutlosedas mutlosedie mutlosen
Genitivdes mutlosender mutlosendes mutlosender mutlosen
Dativdem mutlosender mutlosendem mutlosenden mutlosen
Akkusativden mutlosendie mutlosedas mutlosedie mutlosen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein mutlosereine mutloseein mutloseskeine mutlosen
Genitiveines mutloseneiner mutloseneines mutlosenkeiner mutlosen
Dativeinem mutloseneiner mutloseneinem mutlosenkeinen mutlosen
Akkusativeinen mutloseneine mutloseein mutloseskeine mutlosen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Das Wort verbindet Mut mit der Endung -los. Im heutigen Gebrauch geht es besonders um fehlenden Mut und verlorene Zuversicht. Das ähnlich aussehende missmutig gehört dagegen zu Missmut und beschreibt eine schlechte Stimmung.

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