solidarisch
Sich mit anderen verbunden zeigend und für sie oder ihre Anliegen einstehend; in der Rechtssprache außerdem gemeinsam verantwortlich oder gegenseitig verpflichtet.
Was bedeutet solidarisch?
Solidarisch beschreibt eine Haltung oder Handlung, mit der jemand sich an die Seite anderer stellt und für sie eintritt. Die Verbindung kann aus gemeinsamen Interessen, einer vergleichbaren Lage oder der Unterstützung eines bestimmten Anliegens entstehen. Solidarität zeigt sich beispielsweise darin, Belastungen mitzutragen, Hilfe zu leisten oder einer ungerechten Behandlung zu widersprechen. Das Wort betont das Einstehen füreinander, nicht nur ein freundliches Gefühl.
Solidarisch mit jemandem zu sein muss dabei keine Zustimmung zu jeder seiner Ansichten bedeuten. Der Bezug kann ausdrücklich begrenzt sein, etwa auf das Recht, fair behandelt zu werden. Auch müssen die Beteiligten nicht selbst gleichermaßen betroffen sein. In der Rechtssprache gibt es daneben einen besonderen Gebrauch für gemeinsame Verantwortung oder gegenseitige Verpflichtung. Welche rechtlichen Folgen eine solche Formulierung im Einzelfall hat, lässt sich aus der allgemeinen Wortbedeutung allein nicht bestimmen.
Drei Beispiele für solidarisch
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Die Gruppe zeigte sich solidarisch mit der überlasteten Mitspielerin und verteilte die noch offenen Aufgaben neu.“
Die Verbundenheit wird durch eine konkrete Entlastung sichtbar. Das Beispiel beschreibt mehr als eine bloße Erklärung des Mitgefühls.
„Obwohl er ihre Meinung nicht teilte, trat er solidarisch für sie ein, als andere ihr das Rederecht absprechen wollten.“
Die Unterstützung betrifft die faire Behandlung. Sie setzt hier keine vollständige inhaltliche Übereinstimmung voraus.
„Die Nachbarschaft organisierte solidarische Hilfe für die vom Wasserschaden betroffenen Familien.“
Auch Menschen, die selbst nicht betroffen sind, stehen für andere ein. Das gemeinsame Handeln bildet den Kern der Bezeichnung.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Hilfsbereit
- Beschreibt die Bereitschaft, jemandem zu helfen. Solidarisch betont zusätzlich die erkennbare Verbundenheit und das Einstehen für die betroffenen Menschen oder ihr Anliegen.
- Mitfühlend
- Hebt das Anteilnehmen am Erleben anderer hervor. Solidarität kann daraus folgen, wird aber besonders durch eine unterstützende Haltung oder Handlung erkennbar.
- Selbstlos
- Stellt das Zurücktreten eigener Vorteile in den Mittelpunkt. Solidarisches Handeln kann zugleich gemeinsame Interessen fördern und muss deshalb nicht ohne jeden eigenen Nutzen sein.
Schreibung und Grammatik
Solidarisch wird so-li-da-risch getrennt und auf der Silbe da betont. Formen sind ein solidarischer Beitrag, eine solidarische Haltung und solidarisches Handeln. Die Steigerung lautet solidarischer, am solidarischsten. Häufig steht die Verbindung mit plus Dativ: solidarisch mit den Betroffenen. In sie handelt solidarisch steht das Adjektiv adverbial. Das verwandte Substantiv heißt Solidarität; das Verb sich solidarisieren beschreibt das Sichverbinden oder Partei-Ergreifen.
Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Duden führt solidarisch auf französisch solidaire und weiter auf lateinisch solidus zurück. Die lateinische Grundlage gehört zum Bedeutungsbereich des Ganzen und Festen und liegt auch dem Wort solide zugrunde. Im heutigen Gebrauch haben die Wörter unterschiedliche Schwerpunkte: Solidarisch bezeichnet das Einstehen und die Verbundenheit, solide vor allem Festigkeit, gute Grundlagen oder eine verlässliche Lebensführung.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Als ein Mitschüler zu Unrecht allein verantwortlich gemacht wird, schildert Farah öffentlich den tatsächlichen gemeinsamen Ablauf, obwohl sie damit selbst Kritik auf sich zieht. Sie handelt solidarisch. Die Analyse benennt, für wen sie einsteht, worauf sich ihre Unterstützung richtet und welche Handlung sie dafür wählt. Ein bloßer Satz wie ich stehe hinter dir wäre ein schwächerer Beleg, wenn ihr späteres Verhalten dazu im Widerspruch steht.
Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
