Was lange währt, wird endlich gut
Form & Grammatik
- Grundform
- Was lange währt, wird endlich gut.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Zeit, Geduld und Gelegenheiten
- Form
- „Währt“ kommt von „währen“, nicht von „wahr“.
Definition · kurz erklärt
Nach einer langen Dauer oder vielen Verzögerungen kommt etwas doch noch zu einem guten Ende. Das Sprichwort kommentiert häufig erleichtert einen gelungenen Abschluss.
Bedeutung
Nach langem Warten ein gutes Ergebnis erreichen
Währen bedeutet dauern. Der Spruch verbindet die lange Zeit mit dem schließlich erfreulichen Ergebnis. Er wird deshalb oft rückblickend gebraucht, manchmal auch als Hoffnung während einer noch laufenden Arbeit.
„Nach mehreren Anläufen ist unsere Vereinschronik fertig. Was lange währt, wird endlich gut.“
Die fertige Chronik ist der Anlass für die erleichterte Bewertung. Die lange Arbeitszeit allein hätte diese Bewertung noch nicht gerechtfertigt.
Ein langwieriger Vorgang muss nicht gut ausgehen. Wird der Spruch vor dem Ende verwendet, drückt er eine Erwartung aus und keine Garantie.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Gut Ding will Weile haben
„Gut Ding will Weile haben“ bittet häufig im Voraus um Zeit. „Was lange währt, wird endlich gut“ hebt stärker das erreichte oder erhoffte gute Ende hervor.
„Wir brauchen noch zwei Wochen“ passt zur Geduld; „jetzt hat es endlich geklappt“ passt zum gelungenen Abschluss.
Ende gut, alles gut
„Ende gut, alles gut“ bewertet eine Geschichte vom Ende her. Das lange Warten ist dort keine notwendige Voraussetzung.
Ein überraschend glücklicher Ausgang kann auch nach einem kurzen Vorgang eintreten.
Beispiele und Verwendung
Einen Abschluss feiern
„Die restaurierte Bank steht wieder im Park. Was lange währt, wird endlich gut.“
Die Wendung kann Freude mit einer leisen Anspielung auf die Verzögerung verbinden.
Ironisch kommentieren
„Drei Wochen haben wir auf die Antwort gewartet, und nun ist wenigstens der Termin bestätigt. Was lange währt, wird endlich gut.“
Je nach Ton kann neben der Erleichterung auch Kritik an der Dauer mitschwingen.
Form und Varianten
Die Grundform enthält zwei Satzteile, die ein Komma trennt. Währt bedeutet dauert und wird mit ä geschrieben. Gut steht nach wird prädikativ ohne Adjektivendung. Der Satz stellt kein Muster zur Beugung aller beteiligten Wörter dar.
