Begierde

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Begierde
Artikel
die Begierde
Plural
die Begierden
Genitiv
der Begierde

Begierde ist ein feminines Substantiv. Der Plural lautet Begierden. Er kann mehrere verschieden gerichtete Verlangen oder wiederkehrende Regungen bezeichnen.

Formen und Verwendung im Detail

Begierde ist ein starkes, leidenschaftliches Verlangen. Es kann sich auf Besitz, Genuss, Anerkennung oder eine Person richten. Das Wort bezeichnet den inneren Antrieb; wie jemand damit umgeht, muss gesondert beschrieben werden.

Ein intensives Verlangen

Begierde bezeichnet ein starkes, leidenschaftliches Verlangen nach etwas oder jemandem. Es kann auf Besitz, Genuss, Anerkennung oder eine andere ersehnte Erfüllung gerichtet sein. Die sexuelle Bedeutung ist wichtig, aber nicht die einzige Verwendung.

Gegenüber Wunsch betont Begierde die Intensität. Das Wort kann in einem Text kritisch wirken, etwa wenn ein Verlangen andere Rücksichten verdrängt. Eine solche Bewertung sollte jedoch aus dem Zusammenhang begründet werden und nicht allein aus dem Nomen folgen.

Begierde beschreibt einen Antrieb, noch keine ausgeführte Handlung. Eine Figur kann starkes Verlangen empfinden und sich dennoch zurückhalten. Ebenso lässt sich aus einem Wunsch weder eine Berechtigung noch die Zustimmung anderer ableiten.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
Verlangeneine starke BegierdeNahe und häufig weniger auffällig im Stil; die Stärke lässt sich ergänzen.
Begehrenauf etwas gerichteter WunschBetont ebenfalls das Wollen und kann gehoben klingen.
SehnsuchtBegierde nach etwas Fernem oder FehlendemRückt schmerzliches Vermissen stärker in den Vordergrund.
Giermaßlos wirkende BegierdeDeutlich abwertender; unterstellt häufig übermäßiges Habenwollen.

Eigene Beispiele: Stärke ausdrücken

Ausgangssatz: Die Figur verspürt eine heftige Begierde nach öffentlicher Anerkennung.

Alternative: Die Figur verspürt ein starkes Verlangen nach öffentlicher Anerkennung.

Die eigenen Sätze erhalten Gegenstand und Intensität. „Die Figur freut sich über Anerkennung“ beschreibt dagegen eine Reaktion auf etwas Erhaltenes und nicht das vorausgehende Verlangen.

Eigene Beispiele: nicht vorschnell moralisch urteilen

Ausgangssatz: Ihre Begierde nach dem seltenen Fund bleibt unerfüllt.

Alternative: Ihr starkes Verlangen nach dem seltenen Fund bleibt unerfüllt.

Die Alternative erklärt die Bedeutung, ohne zusätzlich Maßlosigkeit zu unterstellen. „Ihre Gier“ wäre eine schärfere Bewertung. Dafür müsste der Text etwa zeigen, welche Grenzen sie überschreitet.

Die Begierde, die Begierden

Begierde ist ein feminines Substantiv. Der Plural lautet Begierden. Er kann mehrere verschieden gerichtete Verlangen oder wiederkehrende Regungen bezeichnen.

FallSingularPlural
Nominativdie Begierdedie Begierden
Genitivder Begierdeder Begierden
Dativder Begierdeden Begierden
Akkusativdie Begierdedie Begierden

Typisch ist nach mit Dativ: Begierde nach Anerkennung. Auch eine Infinitivgruppe kann den Inhalt nennen: die Begierde, den Fund zu besitzen. Diese vom Nomen abhängige Gruppe wird mit Komma abgetrennt.

Begierde mit ie

Begierde wird mit ie geschrieben. Das verwandte Verb begehren hat dagegen eh. Die unterschiedliche Schreibung bleibt trotz der Bedeutungsverwandtschaft bestehen.

Antrieb und Umgang damit untersuchen

In einer Charakterisierung hilft die Frage, wie die Figur mit ihrem Verlangen umgeht. Wartet sie ab, äußert sie einen Wunsch, verfolgt sie ein Ziel oder missachtet sie Grenzen? Erst die konkrete Handlung erlaubt eine weitergehende Beurteilung.

Ein eigener Musterabsatz lautet: „Die Figur begehrt den seltenen Gegenstand stark, akzeptiert aber die Ablehnung seiner Besitzerin. Ihr Verlangen führt hier nicht zur Grenzüberschreitung.“ Die Formulierung unterscheidet Gefühl und Handlung. Begierde wird dadurch weder verharmlost noch automatisch mit Rücksichtslosigkeit gleichgesetzt. Weitere Nomen stehen im Substantivwörterbuch.