Chancenplus

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Chancenplus
Worttrennung
Chan·cen·plus
Artikel
das Chancenplus
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Chancenplus
Plural
im üblichen Gebrauch ohne Plural

Es heißt das Chancenplus. Die Form bleibt auch im Genitiv gleich: trotz des Chancenplus. Weitere Verbindungen sind ein Chancenplus herausspielen, ein Chancenplus nicht nutzen oder aus dem Chancenplus keinen Vorteil ziehen. Ein gewöhnlicher Plural ist nicht üblich.

Formen und Verwendung im Detail

Ein Chancenplus ist ein Übergewicht an Chancen gegenüber einer anderen Seite. Im Sport bedeutet es meist, dass eine Mannschaft mehr oder besonders aussichtsreiche Möglichkeiten zum Erzielen eines Treffers hatte. Daraus folgt noch kein entsprechender Vorsprung im Ergebnis.

Mehr Chancen, aber nicht zwingend mehr Tore

Ein Team kann zahlreiche gute Möglichkeiten herausspielen und sie trotzdem ungenutzt lassen. Die Gegenseite kann aus wenigen Gelegenheiten Treffer erzielen. Deshalb ist eine Niederlage trotz Chancenplus kein sprachlicher Widerspruch.

Der Ausdruck bezeichnet auch nicht automatisch eine feste statistische Kennzahl. Ein Bericht kann die Anzahl der Gelegenheiten hervorheben oder ihre Qualität berücksichtigen. Wer eine genaue Auswertung beschreibt, sollte den verwendeten Maßstab nennen.

Ballbesitz, Schusszahl und Chancenplus sind ebenfalls nicht dasselbe. Viele Ballkontakte ergeben noch keine aussichtsreiche Abschlussmöglichkeit. Eine bloße Übernahme dieser Werte als Synonyme würde den Spielverlauf ungenau darstellen.

Welche Umschreibungen passen?

AlternativeWas sie ausdrückt
ChancenübergewichtEine nahe Umschreibung des relativen Vorteils.
mehr TorchancenBetont vor allem eine größere Anzahl entsprechender Möglichkeiten.
die besseren GelegenheitenHebt deren Qualität hervor, nicht notwendig ihre Anzahl.
ÜberlegenheitIst weiter gefasst und kann zusätzliche Aspekte des Spiels meinen.

Zwei Satzvergleiche

Eigenes Beispiel: „Die Gäste gingen trotz eines deutlichen Chancenplus ohne Tor in die Pause.“ – „Die Gäste gingen trotz eines deutlichen Chancenübergewichts ohne Tor in die Pause.“ Beide Fassungen können denselben Spielverlauf beschreiben. Die ungenutzten Möglichkeiten werden dem ausgebliebenen Tor gegenübergestellt.

Eigenes Beispiel: „Die Heimmannschaft hatte ein Chancenplus.“ – „Die Heimmannschaft führte mit zwei Toren.“ Die zweite Aussage ist keine Umschreibung der ersten. Sie nennt einen tatsächlichen Ergebnisvorsprung, während der erste Satz nur das Verhältnis der Möglichkeiten beschreibt.

Artikel und typische Verbindungen

Es heißt das Chancenplus. Die Form bleibt auch im Genitiv gleich: trotz des Chancenplus. Weitere Verbindungen sind ein Chancenplus herausspielen, ein Chancenplus nicht nutzen oder aus dem Chancenplus keinen Vorteil ziehen. Ein gewöhnlicher Plural ist nicht üblich.

Deklination von ChancenplusDie vier Fälle
Die vier Fälle im Singular. Im üblichen Gebrauch ohne Plural.
FallSingular
Nominativdas Chancenplus
Genitivdes Chancenplus
Dativdem Chancenplus
Akkusativdas Chancenplus

Das Wort besteht aus Chancen und Plus. Das Plus drückt den Vergleich mit einer anderen Seite aus. Außerhalb des Sports sollte der Zusammenhang deutlich machen, welche Möglichkeiten verglichen werden; ohne diesen Bezug bleibt die Aussage unbestimmt.