Lauf
Form & Grammatik
- Stichwort
- Lauf
- Worttrennung
- Lauf
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Laufs / des Laufes
- Plural
- die Läufe (zählbare Bedeutungen)
Tätigkeit und allgemeiner Verlauf in den entsprechenden Bedeutungen ohne Plural; im Laufe / im Lauf der Zeit.
Definition · kurz erklärt
Ein Lauf kann das Laufen selbst, einen Wettbewerb oder einen einzelnen Renndurchgang bezeichnen. Das Wort steht außerdem für den Verlauf von Bewegungen und Ereignissen und hat mehrere Fachbedeutungen. Der Zusammenhang entscheidet, was gemeint ist.
Bedeutungen
Bewegung und sportlicher Wettbewerb
„Im schnellen Lauf“ beschreibt die Fortbewegung. Ein Lauf im Sport kann dagegen ein bestimmter Wettbewerb oder ein Durchgang darin sein. Wer einen Vorlauf gewinnt, hat deshalb nicht zwangsläufig schon den gesamten Wettbewerb gewonnen.
Ablauf, Richtung und Funktion
Der Lauf eines Flusses bezeichnet seinen räumlichen Verlauf. Beim Lauf einer Maschine geht es um ihre fortdauernde Bewegung oder Arbeitsweise. Der Lauf der Ereignisse meint eine Entwicklung in der Zeit. Diese Bedeutungen lassen sich nicht alle durch Rennen ersetzen.
Musik, Jagd und Technik
In der Musik ist ein Lauf eine rasche Folge auf- oder absteigender Töne. In der Jägersprache kann Lauf das Bein bestimmter Tiere bezeichnen. Bei einer Schusswaffe ist der Lauf das Rohr, durch das das Geschoss geführt wird. Solche Fachbedeutungen sollten in einem Text klar erkennbar zugeordnet werden.
Auch ein zusammenhängender Verarbeitungsvorgang kann als Lauf bezeichnet werden, etwa ein Testlauf eines Programms. Hier passt eher Durchgang als Rennen.
Lauf: Synonyme und andere Wörter
Im Sport
Rennen · Wettlauf · Durchgang
Rennen und Wettlauf betonen den Wettbewerb. Durchgang passt, wenn ein Lauf nur einen Abschnitt des Wettbewerbs bildet. Für das bloße Laufen ohne Konkurrenz wäre Rennen als Veranstaltungsbezeichnung zu eng.
„Sie gewann den zweiten Lauf.“ → „Sie gewann den zweiten Durchgang.“ Die Umformulierung passt, wenn mehrere Durchgänge zu einem Wettbewerb gehören. Gewinnen erklärt dabei das Ergebnis, nicht die Art des Laufs.
Bei einer Entwicklung
Verlauf · Ablauf · Gang
Verlauf kann eine räumliche oder zeitliche Entwicklung meinen. Ablauf passt zu geordneten Vorgängen. Gang klingt in Verbindungen wie „der Gang der Ereignisse“ eher gehoben. Für den Lauf einer Waffe passen diese Wörter nicht.
„Er veränderte den Lauf der Ereignisse.“ → „Er veränderte den Verlauf der Ereignisse.“ Hier bleibt die zeitliche Entwicklung im Mittelpunkt.
Verwendung und Beispiele
„Nach dem ersten Lauf qualifizierten sich acht Kinder für das Finale.“
Lauf bezeichnet einen Durchgang. Die Aussage nennt einen Zwischenschritt und noch keine endgültige Siegerin oder keinen endgültigen Sieger.
„Auf der Karte zeichnete die Gruppe den Lauf des Flusses nach.“
Die Karte und der Fluss zeigen die räumliche Bedeutung. Der Satz beschreibt nicht, wie schnell das Wasser fließt.
Grammatik
Es heißt der Lauf, Genitiv des Laufs oder des Laufes. Der Plural lautet die Läufe, im Dativ den Läufen. Das Wort ist einsilbig und hat keine Trennstelle.
Der Plural passt zu zählbaren Durchgängen, musikalischen Tonfolgen oder Waffenrohren. Das Laufen selbst, die fortdauernde Bewegung einer Maschine und der allgemein beschriebene Verlauf werden in den entsprechenden Bedeutungen ohne Plural gebraucht. In der festen Zeitangabe im Laufe der Zeit bleibt die ältere Dativendung -e erhalten; im Lauf der Zeit ist ebenfalls möglich.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Lauf | die Läufe |
| Genitiv | des Laufs / des Laufes | der Läufe |
| Dativ | dem Lauf | den Läufen |
| Akkusativ | den Lauf | die Läufe |
„Einen Lauf haben“ und „freien Lauf lassen“
Einen Lauf haben bedeutet umgangssprachlich, eine erfolgreiche Phase zu erleben. Einer Sache freien Lauf lassen heißt dagegen, sie nicht zu bremsen oder zu begrenzen.
„Die Mannschaft hat gerade einen Lauf: Sie gewann vier Spiele hintereinander.“
Die Siege begründen das Bild der Erfolgsphase. Die Wendung verspricht nicht, dass die Serie dauerhaft anhält.
„Beim Entwerfen der Fantasiestadt ließ die Klasse ihrer Vorstellungskraft freien Lauf.“
Gemeint ist eine offene Gestaltung. Der Satz besagt nicht, dass bei der späteren Ausarbeitung keine Regeln mehr gelten.
