Vagabund
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Vagabund
- Worttrennung
- Va·ga·bund
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Vagabunden
- Plural
- die Vagabunden
Veraltende Personenbezeichnung mit möglicher abwertender oder romantisierender Färbung; nicht zwingend allein unterwegs. Übertragene Verwendung für Tiere und Himmelskörper.
Definition · kurz erklärt
Ein Vagabund ist ein Mensch, der ohne festen Wohnsitz von Ort zu Ort zieht. Übertragen kann das Wort auch ein einzeln umherwanderndes Tier oder einen Himmelskörper bezeichnen.
Der Ausdruck ist veraltend und kann abwertend oder romantisierend wirken. Dass die Person allein unterwegs sein muss, gehört nicht zu seiner Bedeutung.
Bedeutungen
Ohne festen Wohnsitz umherziehen
Beim Vagabunden stehen das Umherziehen und die fehlende feste Unterkunft im Vordergrund. Die Bezeichnung sagt allein nichts darüber, warum jemand so lebt. Sie darf nicht als Eigenschaft aller Menschen ohne Wohnung verwendet werden.
„Die Erzählung begleitet einen Vagabunden, der jede Woche in einem anderen Ort Schutz sucht.“
Die Lebenssituation wird durch das wiederholte Weiterziehen konkretisiert. Weder eine freiwillige Entscheidung noch eine bestimmte persönliche Schuld folgt daraus.
Einzelne Wanderer im übertragenen Sinn
Bildlich kann Vagabund auf ein allein umherwanderndes Tier oder einen Himmelskörper übertragen werden. Der Vergleich hebt Bewegung und fehlende feste Bindung hervor, ohne die menschliche Lebenslage wörtlich zu behaupten.
„Der Bericht nennt das allein durchziehende Tier einen Vagabunden.“
Es handelt sich um ein sprachliches Bild. Es ersetzt keine genaue Beschreibung seines Verhaltens oder Lebensraums.
Synonyme: andere Wörter für Vagabund
Landstreicher oder umherziehender Mensch?
Landstreicher ist ein nahes Wort für eine Person ohne dauerhaften Aufenthalt, kann aber ebenfalls wertend klingen. Umherziehender Mensch beschreibt direkter das beobachtete Verhalten.
Für einen sachlichen Bericht sollte zusätzlich erkennbar sein, ob tatsächlich die Wohnsituation bekannt ist. Eine lange Reise allein macht eine Person nicht zum Vagabunden.
„Er reist für drei Monate“ beschreibt eine Reise. „Er zieht ohne festen Wohnsitz von Ort zu Ort“ benennt die hier gemeinte Lebenssituation.
Obdachlos ist nicht dasselbe wie umherziehend
Obdachlos beschreibt eine Wohn- und Lebenslage. Umherziehen ist dagegen ein Bewegungsverhalten.
Eine obdachlose Person kann längere Zeit am selben Ort leben. Umgekehrt hat eine reisende Person möglicherweise eine gesicherte Wohnung. Der Zusammenhang muss die konkrete Verbindung tragen.
„Sie lebt ohne Unterkunft in dieser Stadt“ nennt kein ständiges Weiterziehen. „Die Figur zieht immer weiter“ erklärt für sich noch keine Obdachlosigkeit.
Beispiele und Verwendung
„Der Erzähler schildert den Vagabunden als frei, zeigt aber zugleich seine Suche nach einer sicheren Schlafstelle.“
Eine romantisierende Wertung und die konkreten Schwierigkeiten können nebeneinanderstehen. In einer Analyse sollten beide Seiten benannt werden.
„Sie spricht von einem Vagabunden; der Bericht nennt ihn dagegen einen Menschen ohne festen Wohnsitz.“
Die Bezeichnungen können dieselbe Person betreffen, vermitteln aber einen unterschiedlichen Ton. Der sachliche Ausdruck begrenzt unbelegte Charakterurteile.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Vagabund, des Vagabunden und die Vagabunden. Das Substantiv wird schwach gebeugt: Nur der Nominativ Singular steht ohne -en; die anderen hier aufgeführten Fälle haben diese Endung.
Die Worttrennung lautet Va·ga·bund. Vagabundin ist eine feminine Personenbezeichnung und keine Kasusform von Vagabund. Die übertragene Verwendung für ein Tier oder einen Himmelskörper verändert die Beugung des hier erklärten Hauptlemmas nicht.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Vagabund | die Vagabunden |
| Genitiv | des Vagabunden | der Vagabunden |
| Dativ | dem Vagabunden | den Vagabunden |
| Akkusativ | den Vagabunden | die Vagabunden |
