abkommen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- abkommen
- Worttrennung
- ab·kom·men
- Präsens
- kommt ab
- Präteritum
- kam ab
- Partizip II
- abgekommen
- Perfekt
- ist abgekommen
- Hilfsverb
- sein
Das starke Verb ist trennbar. Die Stammformen lauten kommt ab – kam ab – ist abgekommen. Im Hauptsatz heißt es „Sie kommt vom Weg ab“, im Nebensatz „… weil sie vom Weg abkommt“. Der Infinitiv mit zu lautet abzukommen.
Abkommen bedeutet als Verb, sich von einem Weg, einer Richtung oder einem Thema zu entfernen. Außerdem kann man von einer Absicht oder Gewohnheit abkommen, also sie nicht weiterverfolgen. Davon zu unterscheiden ist das Nomen das Abkommen für eine Vereinbarung.
Was bedeutet abkommen?
In der räumlichen Bedeutung verlässt jemand oder etwas die vorgesehene Richtung. Ein Fahrzeug kommt von der Fahrbahn ab, eine Wandergruppe vom markierten Weg. Häufig ist ein unbeabsichtigtes Abweichen gemeint. Wie es dazu gekommen ist und ob ein Schaden entsteht, sagt das Verb allein nicht.
Übertragen kann ein Gespräch vom Thema abkommen. Die Beteiligten beschäftigen sich dann mit einer anderen Frage als der ursprünglich vorgesehenen. Das kann störend sein, muss aber nicht: Ein unerwarteter Einwand kann eine hilfreiche neue Perspektive eröffnen. Für die Bewertung zählt, ob das ursprüngliche Gesprächsziel noch erreicht wird.
Wer von einem Vorhaben abkommt, verfolgt es nicht mehr in der bisherigen Form. Dabei kann eine bewusste Neubewertung vorliegen. „Wir sind von der Idee einer Abendveranstaltung abgekommen“ bedeutet nicht, dass bereits eine laufende Veranstaltung abgebrochen wurde. Möglicherweise befand sich alles noch in der Planung.
Auch Gewohnheiten lassen sich mit der Verbindung beschreiben. „Sie ist davon abgekommen, jede Nachricht sofort zu beantworten“ stellt eine Veränderung ihres Verhaltens fest. Ob die neue Vorgehensweise dauerhaft bleibt, ergibt sich nicht automatisch aus dem Verb. Das Wort kann deshalb sowohl einen überlegten Wandel als auch ein unbeabsichtigtes Entfernen ausdrücken.
Synonyme für abkommen
| Alternative | Verwendung | Grenze |
|---|---|---|
| abweichen | Von einer Richtung oder Vorgabe | Kann stärker eine bewusste Abweichung einschließen. |
| abschweifen | Von einem Gesprächsthema | Betont den gedanklichen Umweg und klingt häufig leicht kritisch. |
| aufgeben | Einen Plan nicht weiterverfolgen | Benötigt ein Akkusativobjekt statt von mit Dativ. |
| Abstand nehmen | Von einer bisherigen Absicht | Rückt die bewusste Entscheidung gegen das Vorhaben in den Vordergrund. |
Zwei eigene Satzpaare mit Erklärung
Den Gesprächsfaden verlassen
Ausgangssatz: „Bei der Diskussion über die Raumaufteilung kamen wir mehrmals vom Thema ab.“
Alternative: „Bei der Diskussion über die Raumaufteilung schweiften wir mehrmals ab.“
Die zweite Fassung verdichtet die Aussage; das Thema ist schon durch den ersten Satzteil bekannt. Beide beschreiben einen gedanklichen Wechsel. Sie behaupten nicht, dass das gesamte Gespräch sinnlos war oder ohne Ergebnis endete.
Einen Plan ändern
Ausgangssatz: „Nach der Kostenübersicht kam der Verein von einem gedruckten Jahresheft ab.“
Alternative: „Nach der Kostenübersicht gab der Verein den Plan für ein gedrucktes Jahresheft auf.“
Die Alternative macht ausdrücklich, dass ein Vorhaben aufgegeben wird. Aus von einem Jahresheft wird den Plan für ein Jahresheft. Ob stattdessen ein digitales Heft entsteht, müsste zusätzlich erklärt werden.
Schreibweise, Formen und Ergänzungen
Das starke Verb ist trennbar. Die Stammformen lauten kommt ab – kam ab – ist abgekommen. Im Hauptsatz heißt es „Sie kommt vom Weg ab“, im Nebensatz „… weil sie vom Weg abkommt“. Der Infinitiv mit zu lautet abzukommen.
Konjugation von abkommenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | komme ab | kam ab | komme ab | käme ab |
| du | kommst ab | kamst ab | kommest ab | kämest ab / kämst ab |
| er/sie/es | kommt ab | kam ab | komme ab | käme ab |
| wir | kommen ab | kamen ab | kommen ab | kämen ab |
| ihr | kommt ab | kamt ab | kommet ab | kämet ab / kämt ab |
| sie/Sie | kommen ab | kamen ab | kommen ab | kämen ab |
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präsens | ich komme ab · du kommst ab · sie kommt ab |
| Präteritum | ich kam ab · wir kamen ab |
| Perfekt | ist abgekommen |
| Infinitiv mit zu | abzukommen |
Nach von folgt der Dativ: von dem Plan, zusammengezogen vom Plan. Ein direktes Akkusativobjekt passt hier nicht. „Wir kommen den Plan ab“ ist keine entsprechende Konstruktion. Mit einer Infinitivgruppe lautet der Anschluss davon abkommen, etwas zu tun.
Verb und Nomen unterscheiden
In „Sie schließen ein Abkommen“ ist Abkommen ein großgeschriebenes Nomen und meint eine Vereinbarung. In „Sie wollen vom Plan abkommen“ steht dagegen der Infinitiv. Für die Einordnung helfen Artikel, Satzbau und Bedeutung gemeinsam. Weitere Tätigkeitswörter findest du im Wörterbuch der Verben.
