aufführen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- aufführen
- Worttrennung
- auf·füh·ren
- Präsens
- führt auf
- Präteritum
- führte auf
- Partizip II
- aufgeführt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- bei Verhalten reflexiv: sich aufführen (Akkusativ)
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- ein Werk oder einen Eintrag aufführen (Akkusativ)
Das Perfekt lautet hat aufgeführt; bei der Verhaltenslesart hat sich aufgeführt. Die Tabelle zeigt die finiten Formen, zu denen reflexiv das passende Pronomen hinzutritt.
Aufführen bedeutet ein Bühnen- oder Musikwerk vor Publikum darbieten oder etwas in einer Zusammenstellung nennen. Reflexiv heißt sich aufführen sich in einer bestimmten Weise benehmen. Die Besetzung wird im Programm aufgeführt; sie führt das Stück auf.
Darbieten, nennen und sich benehmen
Ein Stück aufzuführen heißt, es für Zuschauer oder Zuhörer zu gestalten. Das Werk wird gespielt, gesungen oder auf andere passende Weise dargeboten. Eine Aufführung ist nicht bloß die Mitteilung, dass das Werk existiert.
In einer Liste werden Namen, Ausgaben oder Beispiele aufgeführt, also einzeln genannt. Dabei steht die vollständige oder geordnete Zusammenstellung im Vordergrund. Dass ein Name aufgeführt ist, beweist nicht automatisch eine weitergehende Beteiligung; die Funktion der Liste muss bekannt sein.
Wer sich aufführt, zeigt ein bestimmtes Verhalten. Ohne nähere Ergänzung klingt die Wendung häufig missbilligend: „Wie er sich wieder aufführt!“ Ein Stück aufführen und sich aufführen sind grammatisch und inhaltlich verschieden. Die reflexive Form ist keine Aussage darüber, dass tatsächlich Theater gespielt wird.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| darbieten | Ein Bühnen- oder Musikwerk aufführen | Etwas gehobener; kann auch andere Leistungen vor Publikum betreffen. |
| spielen | Ein Theaterstück aufführen | Im Bühnenzusammenhang nah, außerhalb davon sehr vieldeutig. |
| auflisten | Namen oder Kosten aufführen | Betont die Form einer Liste; nicht jede Nennung muss eine sichtbare Liste sein. |
| sich benehmen | Sich in bestimmter Weise aufführen | Allgemeiner; die Missbilligung muss gegebenenfalls ergänzt werden. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Ein Werk präsentieren
Ausgangssatz: Die Theatergruppe führt beim Sommerfest eine kurze Komödie auf.
Alternative: Die Theatergruppe spielt beim Sommerfest eine kurze Komödie.
Beide Sätze beschreiben die Darbietung. „Die Theatergruppe nennt eine Komödie“ würde dagegen nur eine Erwähnung bedeuten. Das Publikum und der Aufführungsanlass ergeben sich aus dem Zusammenhang.
Beispielpaar 2: Einträge nennen
Ausgangssatz: Die Übersicht führt alle benötigten Materialien einzeln auf.
Alternative: Die Übersicht listet alle benötigten Materialien einzeln auf.
Hier ist auflisten ein enger Ersatz. Beide Fassungen behaupten mit alle Vollständigkeit. Ob die Liste diese tatsächlich erreicht, muss am benötigten Material geprüft werden, nicht am Verb allein.
Führt auf, führte auf, hat aufgeführt
Aufführen ist ein schwaches, trennbares Verb. In der Darbietungs- und Nennungslesart steht das Werk oder der Eintrag im Akkusativ. Bei der Verhaltenslesart ist ein Reflexivpronomen nötig.
Konjugation von aufführen
Das Perfekt lautet hat aufgeführt; bei der Verhaltenslesart hat sich aufgeführt. Die Tabelle zeigt die finiten Formen, zu denen reflexiv das passende Pronomen hinzutritt.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | führe auf | führte auf | führe auf | führte auf |
| du | führst auf | führtest auf | führest auf | führtest auf |
| er/sie/es | führt auf | führte auf | führe auf | führte auf |
| wir | führen auf | führten auf | führen auf | führten auf |
| ihr | führt auf | führtet auf | führet auf | führtet auf |
| sie/Sie | führen auf | führten auf | führen auf | führten auf |
Das Perfekt lautet hat aufgeführt; reflexiv beispielsweise „Sie hat sich unhöflich aufgeführt“. Bei ich steht mich, bei du dich: Ich führe mich ruhig auf. Das Reflexivpronomen steht im Akkusativ. Im Passiv heißt es „Das Stück wird aufgeführt“.
Mit ü, h und zwei f
Auf + führen ergibt aufführen. Der Stamm führ- behält ü und h. Der zu-Infinitiv lautet aufzuführen, das Partizip aufgeführt. Das Nomen Aufführung wird großgeschrieben und bezeichnet häufig die Darbietung eines Werks.
Nennen ist nicht ausführlich erklären
„Der Text führt drei Gründe auf“ sagt zunächst, dass diese genannt werden. Ob sie erläutert und überzeugend belegt sind, ist eine weitere Frage. Ein guter Analyseabsatz kann deshalb erst die Gründe nennen und anschließend ihre Funktion untersuchen.
Anführen überschneidet sich beim Nennen von Gründen oder Belegen, hat aber zusätzliche Leitungs- und Zitierlesarten. Arrangement kann die musikalische Bearbeitung eines Werks bezeichnen; seine Aufführung ist die tatsächliche Darbietung. Weitere Formen findest du im Verbenwörterbuch.
