begeistern

Begeistern heißt, starke Freude oder lebhaftes Interesse zu wecken. Reflexiv bedeutet sich begeistern, diese positive Beteiligung selbst zu empfinden. Begeisterung ist mehr als bloße Zustimmung, garantiert aber weder Wissen noch dauerhaften Einsatz.

Lebhafte Freude und Interesse wecken

Begeistern heißt, bei jemandem eine starke positive Reaktion hervorzurufen. Ein Auftritt kann begeistern, ebenso eine Idee oder eine anschauliche Erklärung. Das Verb beschreibt eine Wirkung auf Menschen und nicht bloß eine sachlich gute Eigenschaft.

Jemanden für etwas begeistern heißt, dessen lebhaftes Interesse daran zu wecken. Das kann der erste Schritt zu einer Tätigkeit sein. Ob daraus langfristiges Engagement entsteht, wird durch das Verb allein noch nicht zugesichert.

Reflexiv bedeutet sich begeistern, selbst Begeisterung zu empfinden oder zu entwickeln. Wer sich für ein Thema begeistert, erlebt daran Freude oder lebhaftes Interesse. Dies kann auch leise und konzentriert geschehen; lauter Jubel ist keine Voraussetzung.

Begeistern ist stärker als bloß zufriedenstellen. Eine ausreichende Erklärung erfüllt ihren Zweck. Eine begeisternde Erklärung kann zusätzlich Neugier und den Wunsch wecken, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
mitreißenein Vortrag begeistert das PublikumBetont die starke emotionale Wirkung oder Dynamik.
Freude weckenMenschen für eine Tätigkeit begeisternErklärend; kann weniger stark klingen.
gewinnen fürjemanden für eine Idee begeisternBetont die gewonnene Zustimmung, nicht zwingend dieselbe Freude.
sich lebhaft interessierensich für ein Thema begeisternErhält das Interesse, schwächt möglicherweise die emotionale Intensität.

Eigene Beispiele: eine Wirkung beschreiben

Ausgangssatz: Die anschauliche Vorführung begeisterte die Klasse für das Experimentieren.

Alternative: Die anschauliche Vorführung weckte in der Klasse große Freude am Experimentieren.

Die eigenen Sätze nennen einen Anlass und einen Gegenstand. „Die Klasse führte das Experiment richtig durch“ wäre eine andere Aussage: Begeisterung beweist noch keine fachliche Beherrschung.

Eigene Beispiele: Zustimmung ist nicht immer Begeisterung

Ausgangssatz: Lea begeisterte sich sofort für den ungewöhnlichen Entwurf.

Alternative: Lea entwickelte sofort großes Interesse und Freude an dem ungewöhnlichen Entwurf.

Die Umschreibung erhält die positive emotionale Beteiligung. „Lea akzeptierte den Entwurf“ wäre deutlich schwächer; Akzeptanz kann auch ohne besondere Freude erfolgen.

Begeistert, begeisterte, hat begeistert

Begeistern ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben. In der ersten Person ist auch die verkürzte Form ich begeistre möglich; die Tabelle zeigt begeistere.

PersonPräsensPräteritum
ichbegeisterebegeisterte
dubegeisterstbegeistertest
er / sie / esbegeistertbegeisterte
wirbegeisternbegeisterten
ihrbegeistertbegeistertet
sie / Siebegeisternbegeisterten

Es heißt jemanden für einen Plan begeistern: Person und Ergänzung nach für stehen im Akkusativ. Reflexiv lautet es ich begeistere mich für den Plan. Mit zu heißt es zu begeistern.

Begeisternd und begeistert

Eine begeisternde Rede löst die Wirkung aus; eine begeisterte Zuhörerin empfindet sie. Diese Formen unterscheiden Ursache und Reaktion. In beiden steht ei, nicht ie.

Den Grund der Wirkung erklären

Befriedigen kann heißen, Erwartungen ausreichend zu erfüllen. Begeistern geht in der beschriebenen emotionalen Wirkung häufig darüber hinaus. Das macht den begeisternden Gegenstand aber nicht automatisch objektiv besser.

In einer Besprechung ist genauer: „Die Darstellung begeistert durch ein anschauliches Beispiel und eine überraschende Verbindung.“ Der eigene Satz begründet das Urteil. „Alle waren begeistert“ sollte nur stehen, wenn diese umfassende Aussage tatsächlich belegt ist. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.