befriedigen

Befriedigen bedeutet, ein Bedürfnis, eine Erwartung oder einen Wunsch zu erfüllen und dadurch Zufriedenheit zu ermöglichen. Eine Tätigkeit kann auch innerlich befriedigen. Daneben besitzt das Verb eine sexuelle Bedeutung, die der Zusammenhang erkennen lässt.

Ein Bedürfnis oder eine Erwartung erfüllen

Befriedigen bedeutet, ein Bedürfnis, einen Wunsch oder eine Erwartung so zu erfüllen, dass Zufriedenheit entsteht. Eine Erklärung kann Neugier befriedigen, eine Lösung bestimmte Anforderungen. Das Objekt zeigt, welche Art der Erfüllung gemeint ist.

Auch eine Tätigkeit kann jemanden befriedigen, wenn sie als sinnvoll oder innerlich erfüllend erlebt wird. Das muss weder mit hohem Einkommen noch mit öffentlicher Anerkennung zusammenfallen. Welche Maßstäbe gelten, sollte der Text erkennen lassen.

Das Verb kann außerdem sexuelle Befriedigung bezeichnen. Die reflexive Verbindung sich selbst befriedigen wird in dieser Lesart für Masturbation gebraucht. Diese sachliche Wortbedeutung ist von Formulierungen wie ein Informationsbedürfnis befriedigen zu unterscheiden.

Befriedigen bedeutet nicht automatisch begeistern. Eine Antwort kann die entscheidende Frage ausreichend klären, ohne außergewöhnlich eindrucksvoll zu sein. Zusätze wie vollständig, teilweise oder nicht zeigen, wie weit die Erwartungen erfüllt werden.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
zufriedenstelleneine Antwort befriedigt jemandenNahe bei erfüllten Erwartungen.
erfüllenein Bedürfnis oder einen Wunsch befriedigenNennt die Erfüllung; passt nicht bei jedem Objekt ohne Satzumbau.
stillenNeugier oder ein Verlangen befriedigenBetont, dass ein vorhandenes Verlangen nachlässt.
entsprechenAnsprüche befriedigenBenötigt den Dativ: den Ansprüchen entsprechen.

Eigene Beispiele: eine Antwort bewerten

Ausgangssatz: Die genaue Erklärung befriedigte Leas Neugier auf den Ablauf.

Alternative: Die genaue Erklärung stillte Leas Neugier auf den Ablauf.

Die eigenen Sätze nennen ein erfülltes Informationsinteresse. Sie sagen nicht, dass Lea nun jedes Detail des ganzen Themengebiets kennt. Der konkrete Bezug auf den Ablauf begrenzt die Aussage.

Eigene Beispiele: den Anschluss ändern

Ausgangssatz: Der Entwurf befriedigt die wichtigsten Anforderungen der Gruppe.

Alternative: Der Entwurf entspricht den wichtigsten Anforderungen der Gruppe.

Die Alternative verlangt Dativ statt Akkusativ. Beide Sätze nennen die wichtigsten Anforderungen und lassen offen, ob auch jeder zusätzliche Wunsch erfüllt wird. Das Wort wichtigsten sollte daher erhalten bleiben.

Befriedigt, befriedigte, hat befriedigt

Befriedigen ist ein regelmäßiges, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben. Das Partizip lautet befriedigt.

PersonPräsensPräteritum
ichbefriedigebefriedigte
dubefriedigstbefriedigtest
er / sie / esbefriedigtbefriedigte
wirbefriedigenbefriedigten
ihrbefriedigtbefriedigtet
sie / Siebefriedigenbefriedigten

Eine Person oder Sache steht im Akkusativ: die Leserin, ihre Neugier, einen Anspruch befriedigen. Auch eine Verwendung ohne ausdrücklich genanntes Objekt ist möglich: Die Erklärung befriedigt nicht. Was nicht erfüllt wird, muss dann aus dem Zusammenhang verständlich sein.

Befriedigend und befriedigt

Das Verb enthält ie. Befriedigend beschreibt häufig die erfüllende oder zufriedenstellende Wirkung, befriedigt den erreichten Zustand: eine befriedigende Antwort, ein befriedigter Blick. Die Formen sind deshalb nicht beliebig austauschbar.

Den Maßstab der Zufriedenheit nennen

Zufrieden kann eine ruhige Zustimmung zu einem Ergebnis bezeichnen. Es bedeutet weder überschwängliches Glück noch den Verzicht auf weitere Ziele. Entsprechend sollte eine befriedigende Lösung anhand ihrer Aufgabe beurteilt werden.

Ein eigener Bewertungssatz lautet: „Die Erklärung befriedigt mein Informationsbedürfnis, weil sie den Ablauf und die Zuständigkeiten nennt.“ Er macht den Maßstab sichtbar. „Die Erklärung ist perfekt“ wäre erheblich stärker und würde zusätzliche Kriterien voraussetzen. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.