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chatten

Form & Grammatik

Verb
Lemma
chatten
Wortart
Verb (schwach)
Worttrennung
chat·ten
Stammformen
er/sie/es chattet · chattete · hat gechattet
Hilfsverb
haben
Gebrauch
nicht trennbar; nicht reflexiv; mit jemandem (Dativ) chatten; über etwas (Akkusativ) chatten

Definition · kurz erklärt

Chatten bedeutet, sich über einen digitalen Chat auszutauschen, meist durch kurze schriftliche Nachrichten.

Bedeutungen

1. Sich in einem digitalen Chat austauschen

Beim Chatten schreiben sich zwei oder mehr Personen Nachrichten in einem gemeinsamen digitalen Gespräch. Es kann um Unterhaltung, eine Verabredung oder eine sachliche Klärung gehen. Das Verb sagt deshalb nichts darüber aus, wie wichtig der Inhalt ist.

„Die Gruppe chattet über den Treffpunkt.“

Die Personen klären etwas im Chat. Ob sie sich gut kennen oder ob das Gespräch besonders locker ist, geht aus dem Satz nicht hervor.

Nicht jedes Schreiben am Computer ist Chatten. Wer einen Bericht verfasst, schreibt zunächst einen Text. Auch eine einzelne E-Mail ist nicht allein deshalb ein Chat, weil sie digital versendet wird. Entscheidend ist der Austausch im gemeinsamen Chatverlauf. Antworten können unmittelbar folgen oder erst später eintreffen.

Synonyme für chatten

Sich im Chat austauschen

Sich im Chat austauschen ist die genaue Umschreibung. Nachrichten hin- und herschreiben betont besonders die schriftliche Form.

„Die Gruppe chattet über den Treffpunkt.“ – „Die Gruppe tauscht im Chat Nachrichten über den Treffpunkt aus.“ Die zweite Fassung beschreibt die Gesprächsform ausführlicher. Sie fügt keine neue Meinung über den Inhalt hinzu.

Online plaudern

Plaudern passt zu einer ungezwungenen Unterhaltung. Es ist enger als chatten, weil auch zielgerichtete Beratungen im Chat stattfinden.

„Sie chattet mit dem technischen Support über die Fehlermeldung.“ – „Sie plaudert mit dem technischen Support über die Fehlermeldung.“ Die zweite Fassung lässt das Gespräch beiläufiger wirken und rückt die sachliche Aufgabe in den Hintergrund.

Telefonieren bezeichnet eine andere Gesprächsform. Es ersetzt chatten nicht schon deshalb, weil beide Tätigkeiten über ein Smartphone möglich sind.

Beispiele und Verwendung

„Mara chattet jeden Sonntag mit ihrer Cousine.“ Das Beispiel nennt die Gesprächspartnerin. Es sagt nicht, dass beide dieselben Interessen haben oder dauernd erreichbar sein müssen.

„Wir haben im Gruppenchat über die Aufgabenverteilung gechattet.“ Hier dient der Chat der Zusammenarbeit. Die Wiederholung von Chat ist verständlich; flüssiger ist häufig: „Wir haben uns im Gruppenchat über die Aufgabenverteilung ausgetauscht.“

„Ich chatte gerade und antworte später.“ Hier bleibt die Gesprächspartnerin oder der Gesprächspartner ungenannt. Die Tätigkeit lässt sich also auch ohne weitere Ergänzung ausdrücken.

Liken ist eine andere Handlung im Netz: Eine positive Markierung allein ist noch kein Gespräch. Man kann eine Nachricht liken, ohne anschließend mit ihrem Verfasser zu chatten.

Grammatik und Beugung

Chatten ist ein schwaches, nicht trennbares Verb. Das Perfekt wird mit haben gebildet. Ein Reflexivpronomen gehört nicht dazu: Ich chatte mit dir, nicht ich chatte mich mit dir. Das doppelte t bleibt erhalten; vor den Endungen steht in Formen wie chattest und chattet ein zusätzliches e.

Ergänzungen und Satzbau

Mit jemandem chatten nennt die Gesprächspartner: mit meiner Schwester (Dativ). Über etwas chatten nennt das Thema: über den Ausflug (Akkusativ). Im Chat oder in einer Gruppe bezeichnet den Gesprächsraum. Diese Angaben lassen sich verbinden.

Einfache Formen

chatten: Einfache Formen
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichchattechattetechattechattete
duchattestchattetestchattestchattetest
er/sie/eschattetchattetechattechattete
wirchattenchattetenchattenchatteten
ihrchattetchattetetchattetchattetet
sie/Siechattenchattetenchattenchatteten

Beim schwachen Verb ist der einfache Konjunktiv II mit dem Präteritum gleichlautend. Die würde-Form macht eine gedachte Möglichkeit häufig deutlicher. Der Konjunktiv I kann eine Äußerung wiedergeben, etwa sie chatte.

Zusammengesetzte Zeitformen

chatten: Zusammengesetzte Zeitformen
PersonPerfektPlusquamperfektFutur IFutur II
ichhabe gechattethatte gechattetwerde chattenwerde gechattet haben
duhast gechattethattest gechattetwirst chattenwirst gechattet haben
er/sie/eshat gechattethatte gechattetwird chattenwird gechattet haben
wirhaben gechattethatten gechattetwerden chattenwerden gechattet haben
ihrhabt gechattethattet gechattetwerdet chattenwerdet gechattet haben
sie/Siehaben gechattethatten gechattetwerden chattenwerden gechattet haben

Das Perfekt berichtet von Vergangenem; das Plusquamperfekt ordnet eine Handlung vor einer anderen vergangenen Handlung ein. Das Futur I kann Zukünftiges ausdrücken, das Futur II eine bis dahin abgeschlossene Handlung. Zeitangaben und Zusammenhang entscheiden über die tatsächliche Verwendung.

Zusammengesetzte Konjunktivformen

chatten: Zusammengesetzte Konjunktivformen
PersonKonjunktiv I: VergangenheitKonjunktiv II: Vergangenheitwürde-Form
ichhabe gechattethätte gechattetwürde chatten
duhabest gechattethättest gechattetwürdest chatten
er/sie/eshabe gechattethätte gechattetwürde chatten
wirhaben gechattethätten gechattetwürden chatten
ihrhabet gechattethättet gechattetwürdet chatten
sie/Siehaben gechattethätten gechattetwürden chatten

Imperativ und infinite Formen

chatten: weitere Formen
FormtypForm
Infinitivchatten
Infinitiv mit zuzu chatten
Partizip Ichattend
Partizip IIgechattet
Imperativ, duchatt! / chatte!
Imperativ, ihrchattet!
Höfliche Aufforderungchatten Sie!

Herkunft

Das Verb stammt aus englisch to chat, also sich unterhalten oder plaudern. Im Deutschen bezeichnet es den digitalen Austausch und wird mit deutschen Verbendungen verwendet. Es gehört damit zu den Anglizismen.