urkundlich
Urkundlich bedeutet durch eine Urkunde belegt, in einer Urkunde enthalten oder eine Urkunde betreffend.
Was bedeutet urkundlich?
Das Adjektiv begegnet häufig in Geschichtsdarstellungen. Eine urkundliche Erwähnung ist eine Nennung in einem entsprechenden Schriftzeugnis. Die erste bekannte Erwähnung eines Ortes muss nicht zugleich seine Gründung sein: Der Ort kann schon vorher bestanden haben.
Urkundlich ist enger als schriftlich. Nicht jede Notiz oder jedes spätere Buch ist schon eine Urkunde. Ebenso muss ein urkundlicher Beleg daraufhin betrachtet werden, was das Dokument tatsächlich aussagt und in welchem Zusammenhang es entstanden ist.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Ausstellung zeigt eine urkundliche Erwähnung des Ortes.“ Der Ortsname ist in einem Dokument belegt.
- „Die erste urkundliche Nennung ist nicht automatisch das Gründungsdatum.“ Überlieferung und Entstehung des Ortes werden getrennt.
- „Die Forscherin prüft, welche Aussage sich urkundlich belegen lässt.“ Der Beleg wird auf eine konkrete Behauptung bezogen.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Unbeweisbar betrifft die fehlende Möglichkeit eines Beweises. Urkundlich benennt dagegen eine vorhandene Belegart, deren Aussagekraft im Einzelnen geprüft werden muss.
Verbal heißt sprachlich oder mit Worten. Urkundlich verlangt einen spezielleren Dokumentbezug.
Schreibweise und Grammatik
Man schreibt urkundlich mit d, entsprechend Urkunde. Formen sind ein urkundlicher Nachweis und urkundliche Überlieferung. Auch unverändert mit einem Verb: urkundlich belegt.
Steigerung
Urkundlich wird gewöhnlich nicht gesteigert. Man kann von mehr urkundlichen Belegen sprechen; damit wird ihre Zahl verglichen.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | urkundlicher | urkundliche | urkundliches | urkundliche |
| Genitiv | urkundlichen | urkundlicher | urkundlichen | urkundlicher |
| Dativ | urkundlichem | urkundlicher | urkundlichem | urkundlichen |
| Akkusativ | urkundlichen | urkundliche | urkundliches | urkundliche |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | urkundliche | urkundliche | urkundliche | urkundlichen |
| Genitiv | urkundlichen | urkundlichen | urkundlichen | urkundlichen |
| Dativ | urkundlichen | urkundlichen | urkundlichen | urkundlichen |
| Akkusativ | urkundlichen | urkundliche | urkundliche | urkundlichen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | urkundlicher | urkundliche | urkundliches | urkundlichen |
| Genitiv | urkundlichen | urkundlichen | urkundlichen | urkundlichen |
| Dativ | urkundlichen | urkundlichen | urkundlichen | urkundlichen |
| Akkusativ | urkundlichen | urkundliche | urkundliches | urkundlichen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Ortschronik findet eine Schülerin eine frühe Nennung des Dorfnamens. Im ersten Entwurf schreibt sie, das Dorf sei in diesem Jahr gegründet worden. Danach korrigiert sie ihre Aussage auf die erste bekannte urkundliche Erwähnung.
Die urkundliche Erwähnung belegt, dass der Ort im betreffenden Dokument genannt wird. Sein tatsächlicher Ursprung kann weiter zurückliegen und ist damit noch nicht bestimmt.
Das Beispiel zeigt eine wichtige Grenze historischer Belege. Es erfindet weder ein konkretes Dokument noch ein historisches Gründungsjahr.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
