verschollen

Verschollen bedeutet seit längerer Zeit vermisst oder nicht auffindbar, ohne gesicherten Verbleib.

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Was bedeutet verschollen?

Bei Menschen bezeichnet verschollen eine länger andauernde Ungewissheit über ihren Aufenthalt und ihr Schicksal. Bei Gegenständen, Schiffen oder Manuskripten meint es entsprechend, dass ihr Verbleib unbekannt ist und sie nicht aufgefunden wurden.

Verschollen bedeutet nicht einfach nachweislich gestorben oder sicher zerstört. Gerade die Ungewissheit ist wesentlich. Im deutschen Recht besitzt der Begriff außerdem einen enger festgelegten Sinn; die rechtliche Todeserklärung ist ein eigener Vorgang und ergibt sich nicht allein daraus, dass jemand im Alltag als verschollen bezeichnet wird.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Figur gilt seit ihrer letzten Reise als verschollen.“ Aufenthalt und Schicksal bleiben in der Geschichte ungewiss.
  • „Ein lange verschollenes Manuskript taucht in einer falsch beschrifteten Mappe wieder auf.“ Der Text war unauffindbar, aber nicht zerstört.
  • „Die Nachricht klärt erstmals den Verbleib des verschollenen Schiffs.“ Eine bisher bestehende Ungewissheit wird aufgelöst.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Verstorben bedeutet gestorben. Verschollen beschreibt dagegen gerade eine Ungewissheit und darf nicht ohne weitere Grundlage damit gleichgesetzt werden.

Unbekannt ist weiter gefasst. Ein unbekannter Autor muss nicht verschollen sein; möglicherweise kennt die lesende Person lediglich seinen Namen nicht.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt verschollen mit doppeltem l. Typisch sind als verschollen gelten und verschollen bleiben. Vor einem Nomen wird gebeugt: ein verschollenes Werk. Als Personenbezeichnung gilt Großschreibung: der Verschollene.

Steigerung

Verschollen wird nicht gesteigert. Man kann die Dauer angeben, etwa seit Jahren verschollen, ohne damit einen höheren Grad zu bezeichnen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativverschollenerverscholleneverschollenesverschollene
Genitivverschollenenverschollenerverschollenenverschollener
Dativverschollenemverschollenerverschollenemverschollenen
Akkusativverschollenenverscholleneverschollenesverschollene
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativverscholleneverscholleneverscholleneverschollenen
Genitivverschollenenverschollenenverschollenenverschollenen
Dativverschollenenverschollenenverschollenenverschollenen
Akkusativverschollenenverscholleneverscholleneverschollenen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativverschollenerverscholleneverschollenesverschollenen
Genitivverschollenenverschollenenverschollenenverschollenen
Dativverschollenenverschollenenverschollenenverschollenen
Akkusativverschollenenverscholleneverschollenesverschollenen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung findet eine Figur in einem Dachbodenfach das Tagebuch einer seit Jahren verschollenen Reisenden. Die letzte Eintragung liefert einen Hinweis, aber noch keinen sicheren Aufschluss über ihr späteres Schicksal.

Das Tagebuch verändert den Wissensstand über die verschollene Reisende. Es bietet eine neue Spur, hebt die Ungewissheit über ihren weiteren Verbleib jedoch noch nicht vollständig auf.

Die Analyse trennt Hinweis und Gewissheit. Ein Fund aus der Vergangenheit beweist für sich genommen weder das heutige Weiterleben noch den Tod der Person.

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