absagen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- absagen
- Worttrennung
- ab·sa·gen
- Präsens
- sagt ab
- Präteritum
- sagte ab
- Partizip II
- abgesagt
- Perfekt
- hat abgesagt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- einen Termin absagen (Akkusativ); jemandem absagen (Dativ)
Absagen ist regelmäßig und trennbar. Das Perfekt wird mit haben gebildet. Das Ereignis steht im Akkusativ, der Empfänger im Dativ: den Termin absagen; der Nachbarin absagen. Beide Ergänzungen können auch zusammen vorkommen.
Absagen bedeutet, mitzuteilen oder festzulegen, dass ein geplanter Termin beziehungsweise eine Veranstaltung nicht stattfindet. Eine eingeladene Person kann auch absagen, indem sie ihre eigene Teilnahme verneint.
Eine Veranstaltung oder die eigene Teilnahme absagen
Wenn ein Veranstalter ein Konzert absagt, soll das angekündigte Konzert nicht wie geplant stattfinden. Die Absage betrifft das Ereignis. Wenn dagegen eine Besucherin absagt, bleibt das Konzert möglicherweise bestehen; nur ihre Teilnahme entfällt. Dieser Unterschied wird durch Subjekt und Ergänzung sichtbar.
Auch eine Einladung lässt sich absagen: Jemand teilt mit, dass er sie nicht wahrnehmen wird. Umgangssprachlich genügt oft Ich muss leider absagen, wenn das betreffende Treffen bereits bekannt ist. Ohne diesen Zusammenhang bleibt offen, welche Verabredung oder Teilnahme gemeint ist.
Eine Absage ist etwas anderes als eine bloß unverbindliche Überlegung. Sie schafft Klarheit darüber, dass etwas nicht zustande kommt oder nicht wahrgenommen wird. Trotzdem muss sie nicht unfreundlich sein. Ein knapper Grund und eine eindeutige Aussage können höflicher wirken als ein langes Ausweichen.
Absagen, verschieben und abbrechen sind nicht austauschbar. Beim Verschieben bleibt die Veranstaltung grundsätzlich geplant, nur der Zeitpunkt ändert sich. Beim Abbrechen hat ein Vorgang typischerweise bereits begonnen und wird beendet. Absagen betrifft dagegen in der Regel etwas noch Bevorstehendes.
In gehobener Sprache kann jemand auch einer Überzeugung absagen, also sie aufgeben. Diese Verwendung ist heute weniger alltäglich. Sie darf nicht mit der gewöhnlichen Mitteilung jemandem absagen verwechselt werden: Dort ist die Person der Empfänger einer Nachricht, nicht die aufgegebene Sache.
Synonyme und Unterschiede
| Alternative | Verwendung | Nuance |
|---|---|---|
| ausfallen lassen | Eine geplante Veranstaltung findet nicht statt. | Betont die Entscheidung; eine Mitteilung an Beteiligte ist nicht ausdrücklich enthalten. |
| stornieren | Eine Buchung oder Bestellung wird rückgängig gemacht. | Passt zu geschäftlichen Vorgängen, weniger zu jeder privaten Einladung. |
| ablehnen | Eine Einladung wird nicht angenommen. | Ist allgemeiner und kann auch Vorschläge oder Forderungen betreffen. |
| nicht teilnehmen | Eine Person bleibt einer Veranstaltung fern. | Nennt das Ergebnis, aber nicht notwendig eine vorherige Nachricht. |
Zwei eigene Satzpaare
Die Veranstaltung entfällt
Ausgangssatz: „Der Verein sagt die Lesung am Donnerstag ab.“
Alternative: „Der Verein lässt die Lesung am Donnerstag ausfallen.“
In beiden Sätzen findet die geplante Lesung nicht statt. Absagen lässt die Ankündigung an die Beteiligten stärker mitdenken. Ein Ersatztermin wird weder behauptet noch ausgeschlossen; er müsste zusätzlich genannt werden.
Nur eine Person kommt nicht
Ausgangssatz: „Mira sagt ihrer Nachbarin für das gemeinsame Frühstück ab.“
Alternative: „Mira teilt ihrer Nachbarin mit, dass sie am gemeinsamen Frühstück nicht teilnehmen kann.“
Die Umschreibung erklärt die Mitteilung ausdrücklich. Andere Gäste können weiterhin kommen. Die Aussage Das Frühstück ist abgesagt würde dagegen leicht den Eindruck erwecken, das gesamte Treffen entfalle.
Grammatik und Konjugation
Absagen ist regelmäßig und trennbar. Das Perfekt wird mit haben gebildet. Das Ereignis steht im Akkusativ, der Empfänger im Dativ: den Termin absagen; der Nachbarin absagen. Beide Ergänzungen können auch zusammen vorkommen.
Konjugation von absagenGeprüfte Wortformen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | sage ab | sagte ab | sage ab | sagte ab |
| du | sagst ab | sagtest ab | sagest ab | sagtest ab |
| er/sie/es | sagt ab | sagte ab | sage ab | sagte ab |
| wir | sagen ab | sagten ab | sagen ab | sagten ab |
| ihr | sagt ab | sagtet ab | saget ab | sagtet ab |
| sie/Sie | sagen ab | sagten ab | sagen ab | sagten ab |
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präsens | ich sage ab · du sagst ab · sie sagt ab |
| Präteritum | sie sagte ab |
| Perfekt | sie hat abgesagt |
| Infinitiv mit zu | abzusagen |
| Imperativ | Sag ab! · Sagt ab! |
Absagen ist nicht absägen
Absagen wird ohne Umlaut geschrieben. Absägen bezeichnet dagegen das Trennen mit einer Säge und hat andere übertragene Verwendungen. Die Partizipien lauten entsprechend abgesagt und abgesägt. Im Hauptsatz steht sie sagt ab, im Nebensatz weil sie absagt.
Eine klare Nachricht nennt Termin und Umfang der Absage: Ich kann am Donnerstag nicht zur Lesung kommen ist eindeutiger als Donnerstag klappt nicht. So müssen die Empfänger nicht erraten, ob nur eine Person oder das gesamte Vorhaben betroffen ist.
Bei einem Veranstaltungshinweis ist abgesagt eine knappe, abgeschlossene Information. Kann abgesagt werden beschreibt dagegen lediglich eine Möglichkeit. Diese beiden Formulierungen sollten besonders in Ankündigungen nicht verwechselt werden, damit Leser ihre Planung danach ausrichten können.
