aufstellen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- aufstellen
- Worttrennung
- auf·stel·len
- Präsens
- stellt auf
- Präteritum
- stellte auf
- Partizip II
- aufgestellt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich aufstellen (Akkusativ)
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas oder jemanden aufstellen (Akkusativ)
Aufstellen bedeutet etwas an einen vorgesehenen Platz oder in eine aufrechte Lage bringen. Es kann außerdem eine Regel formulieren, einen Plan erarbeiten oder eine Person für eine Wahl beziehungsweise Mannschaft vorsehen bedeuten. Sich aufstellen heißt eine bestimmte Position einnehmen.
Platzieren, formulieren und auswählen
Stühle aufzustellen bedeutet, sie an ihren vorgesehenen Platz zu bringen. Ein Regal aufzustellen kann das Platzieren eines fertigen Regals oder dessen Aufbau einschließen. Welche Arbeit gemeint ist, sollte der Zusammenhang erkennen lassen.
Eine Regel oder eine Vermutung aufzustellen heißt, sie als Aussage zu formulieren. Damit ist ihre Richtigkeit noch nicht bewiesen. Ein aufgestellter Plan ist ebenso wenig schon ausgeführt.
Eine Person als Kandidatin aufzustellen bedeutet sie für eine Wahl vorzusehen. Im Sport kann ein Trainer einen Spieler für die Mannschaft aufstellen. Die Auswahl ist nicht mit dem späteren Erfolg gleichzusetzen. Sich gut aufzustellen kann übertragen heißen, die eigenen Mittel und Aufgaben so zu ordnen, dass man vorbereitet ist. Die Formulierung wird klarer, wenn diese Vorbereitung konkret beschrieben wird.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| platzieren | Stühle im Raum aufstellen | Betont die Anordnung am vorgesehenen Ort. |
| errichten | Ein größeres Bauwerk aufstellen | Passt nur, wenn tatsächlich ein Aufbau oder Bau gemeint ist. |
| formulieren | Eine Regel aufstellen | Beschreibt die sprachliche Festlegung, ohne ihre Gültigkeit zu beweisen. |
| nominieren | Eine Person für eine Wahl aufstellen | Förmlicher; betrifft die Kandidatur und nicht bereits den Wahlerfolg. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Einen Raum vorbereiten
Ausgangssatz: Das Team stellt die Stühle im Halbkreis vor der Bühne auf.
Alternative: Das Team platziert die Stühle im Halbkreis vor der Bühne.
Die Alternative beschreibt die Anordnung sachlich. Aufbauen könnte hier unnötig den Eindruck erwecken, die Stühle müssten erst zusammengesetzt werden. Der Halbkreis macht das Ergebnis der Handlung sichtbar.
Beispielpaar 2: Eine Regel formulieren
Ausgangssatz: Für die gemeinsame Arbeit stellt die Gruppe eine klare Rückmelderegel auf.
Alternative: Für die gemeinsame Arbeit formuliert die Gruppe eine klare Rückmelderegel.
Beide Sätze bezeichnen eine Festlegung. Sie zeigen noch nicht, ob alle die Regel akzeptieren oder ob sie sich im Alltag bewährt. Diese Schritte müssen gesondert beschrieben werden.
Stellt auf, stellte auf, hat aufgestellt
Aufstellen ist ein schwaches, trennbares Verb. Gegenstand, Aussage oder ausgewählte Person stehen als direktes Objekt im Akkusativ.
Konjugation von aufstellen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | stelle auf | stellte auf | stelle auf | stellte auf |
| du | stellst auf | stelltest auf | stellest auf | stelltest auf |
| er/sie/es | stellt auf | stellte auf | stelle auf | stellte auf |
| wir | stellen auf | stellten auf | stellen auf | stellten auf |
| ihr | stellt auf | stelltet auf | stellet auf | stelltet auf |
| sie/Sie | stellen auf | stellten auf | stellen auf | stellten auf |
Das Perfekt lautet hat aufgestellt. Reflexiv heißt es „Die Gruppe hat sich aufgestellt“. In „Sie stellt sich neben den Tisch“ bezeichnet neben + Akkusativ die Zielposition. „Sie steht neben dem Tisch“ beschreibt dagegen einen bestehenden Ort mit Dativ.
Aufzustellen mit ll
Der zu-Infinitiv lautet aufzustellen. Im Partizip bleibt ll erhalten: aufgestellt. „Die aufgestellten Regeln“ ist eine kleingeschriebene attributive Verwendung des Partizips. Das Nomen Aufstellung kann einen Vorgang oder dessen Ergebnis benennen.
Anordnung und Aufbau unterscheiden
Aufbauen betont häufig das Zusammensetzen oder Entwickeln. Arrangieren rückt die gezielte Anordnung in den Vordergrund. Anerkennen einer Regel ist eine weitere Handlung und folgt nicht automatisch aus ihrem Aufstellen. Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.
