beginnen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- beginnen
- Präsens
- beginnt
- Präteritum
- begann
Beginnen ist ein starkes, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben, auch wenn ein Ereignis das Subjekt ist: Die Sitzung hat begonnen.
Beginnen bedeutet, einen Anfang zu machen oder seinen Anfang zu haben. Das kann eine Tätigkeit, ein Ereignis, einen Ort oder den Aufbau eines Wortes betreffen. Beginnen sagt noch nichts über Dauer und erfolgreichen Abschluss.
Einen Anfang machen oder haben
Beginnen kann heißen, eine Tätigkeit aufzunehmen: Eine Person beginnt eine Arbeit. Es kann aber auch bedeuten, dass etwas seinen Anfang hat: Die Arbeit beginnt am Montag. Im ersten Satz handelt jemand, im zweiten steht der Vorgang selbst im Mittelpunkt.
Der Anfang muss nicht zeitlich sein. Ein Weg beginnt an einem Platz, ein Wort beginnt mit einem bestimmten Buchstaben. Hier beschreibt beginnen einen räumlichen oder strukturellen Ausgangspunkt.
Mit einer Infinitivgruppe bezeichnet das Verb den Eintritt in einen Vorgang: Etwas beginnt zu leuchten. Der Vorgang kann danach weiterlaufen oder wieder aufhören. Sein erfolgreicher Abschluss ist im Verb nicht enthalten.
In einer Formulierung wie „die Sache anders beginnen“ kann außerdem die Art des Herangehens gemeint sein. Eine heutige Umschreibung mit angehen oder anpacken ist dann oft klarer als eine rein zeitliche Erklärung.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| anfangen | mit einer Tätigkeit beginnen | Meist sehr nahe, im Alltag häufig die einfachere Alternative. |
| starten | ein Vorhaben beginnen | Betont den Auftakt, kann technisch oder organisatorisch klingen. |
| aufnehmen | eine Arbeit beginnen | Passt zu Tätigkeiten, aber nicht zu jedem räumlichen Anfang. |
| einsetzen | ein Vorgang beginnt | Geeignet für das Eintreten eines Geschehens, etwa eines Regens. |
Eigene Beispiele: eine Tätigkeit aufnehmen
Ausgangssatz: Die Gruppe beginnt nach der Pause mit dem Entwurf.
Alternative: Die Gruppe fängt nach der Pause mit dem Entwurf an.
Die eigenen Sätze sind in dieser Verwendung nahezu gleichbedeutend. Anfangen wird getrennt, beginnen bleibt zusammen. Zeitpunkt und Gegenstand bleiben unverändert.
Eigene Beispiele: ein Anfang ist kein Abschluss
Ausgangssatz: Nora begann, die beschädigten Teile zu sortieren.
Alternative: Nora fing an, die beschädigten Teile zu sortieren.
Beide Fassungen beschreiben nur den Anfang. „Nora sortierte alle Teile fertig“ würde zusätzlich behaupten, dass die Arbeit vollständig erledigt wurde. Diese Information darf beim Umformulieren nicht hinzukommen.
Beginnt, begann, hat begonnen
Beginnen ist ein starkes, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben, auch wenn ein Ereignis das Subjekt ist: Die Sitzung hat begonnen.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | beginne | begann |
| du | beginnst | begannst |
| er / sie / es | beginnt | begann |
| wir | beginnen | begannen |
| ihr | beginnt | begannt |
| sie / Sie | beginnen | begannen |
Möglich sind eine Arbeit beginnen und mit einer Arbeit beginnen. Das direkte Objekt steht im Akkusativ, nach mit folgt Dativ. Der Imperativ lautet Beginn! oder Beginne! Der Konjunktiv II heißt begänne, seltener begönne; häufig wird würde beginnen verwendet.
Doppeltes n in allen Stammformen
Beginnen, begann und begonnen werden mit nn geschrieben. Das Nomen Beginn endet ebenfalls auf nn. Das Partizip hat kein zusätzliches ge vor be.
Anfang und Ende getrennt berichten
Beenden bezeichnet das Herbeiführen eines Endes. Beginnen nennt den Anfang, ohne Dauer oder Ergebnis festzulegen. Ein Vorhaben kann begonnen, unterbrochen und später fortgesetzt werden.
Für eine Ablaufbeschreibung ist deshalb genauer: „Die Gruppe beginnt mit einer Skizze, prüft danach die Maße und stellt erst anschließend das Modell her.“ Der eigene Satz benennt mehrere Schritte statt aus dem Anfang bereits den fertigen Erfolg abzuleiten. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
