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Deutsche Balladen

Die Ballade ist eine Gedichtform, welche Merkmale aller literarischen Großgattungen, also der Lyrik, Epik und Dramatik, vereint. An dieser Stelle sammeln wir in Form einer Liste deutsche Balladen. Die Liste ist alphabetisch sortiert, wobei die Balladen-Sammlung zahlreiche Werke der ersten Balladendichter bis zur Moderne vereint.

Diese Balladensammlung lässt sich nach Deinen Wünschen sortieren. Sie kann nach dem Werktitel, Dichter sowie Erscheinungsjahr sortiert werden. Außerdem lässt sich die erste Strophe der Balladen anzeigen und bei Bedarf wieder verstecken. Ist die Ballade nicht mehrstrophig, werden hierbei die ersten vier Verse des jeweiligen Werkes gezeigt.

Liste deutscher Balladen

TitelDichterJahr
Alte Landsknechte von B. v. Münchhausen, 1900„Im Himmel droben, in einer Ecken, / Wo die alten Soldaten die Beine strecken, / Weitweg von Heiligen und Propheten, / Von Märtyrern und Anachoreten / Sitzen an eines Kamines Flammen / Die seligen alten Landsknecht beisammen.“Münchhausen1900Volltext
Archibald Douglas von Theodor Fontane, 1854„Ich hab‘ es getragen sieben Jahr, / und ich kann es nicht tragen mehr, / wo immer die Welt am schönsten war, / da war sie öd‘ und leer.“Fontane1854Volltext
Aus dem schlesischen Gebirge von Ferdinand Freiligrath, 1844„Nun werden grün die Brombeerhecken; / Hier schon ein Veilchen – welch ein Fest! / Die Amsel sucht sich dürre Stecken, / Und auch der Buchfink baut sein Nest. / Der Schnee ist überall gewichen, / Die Koppe nur sieht weiß ins Tal; / Ich habe mich von Haus geschlichen, / Hier ist der Ort – ich wag’s einmal: / Rübezahl!“Freiligrath1844Volltext
Aus der guten alten Zeit von Rudolf Baumbach, vor 1905 †„Es melden Bücher und Sagen / so manches Wunderding / von einem gelben Wagen, / der durch die Länder ging. / Die Kutsche fuhr – man denke – / des Tags drei Meilen weit / Und hielt vor jeder Schenke. – / O gute, alte Zeit!“Baumbach1905Volltext
Ballade in U-Dur von D. v. Liliencron, 1903„Es lebte Herr Kunz von Karfunkel / mit seiner verrunzelten Kunkel / auf seinem Schlosse Punkpunkel / in Stille und Sturm. / Seine Lebensgeschichte war dunkel, / es murmelte manch Gemunkel / um seinen Turm.“Liliencron1903Volltext
Ballade vom Brennesselbusch von B. v. Münchhausen, 1910„Liebe fragte Liebe: »Was ist noch nicht mein?« / Sprach zur Liebe Liebe: »Alles, alles dein!« / Liebe küßte Liebe: »Liebste, liebst du mich?« / Küßte Liebe Liebe: »Ewig, ewiglich!« – –“Münchhausen1910Volltext
Ballade vom dürren König von Gottfried Keller, 1845„Es war ein dürrer König, der hatt‘ ein Land am Meer; / Er fuhr an seinen Küsten brandschatzend hin u her. / So oft im Maienscheine erglüht sein Felsenhaus, / Zog er mit Schiff u Knechten und leeren Seckeln aus.“Keller1845Volltext
Ballade vom kranken Kind von H. v. Hofmannsthal, vor 1929 †„Das Kind mit fiebernden Wangen lag, / Rotgolden versank im Laub der Tag. / Das Fenster hing voller wildem Wein, / Da sah ein fremder Jüngling herein.“Hofmannsthal1929Volltext
Barbara Allen von Theodor Fontane, vor 1855„Ich hab‘ es getragen sieben Jahr, / und ich kann es nicht tragen mehr, / wo immer die Welt am schönsten war, / da war sie öd‘ und leer.“Fontane1855Volltext
Barbarossa von Friedrich Rückert, 1817„Der alte Barbarossa, / Der Kaiser Friederich, / Im unterirdschen Schlosse / Hält er verzaubert sich.“Rückert1817Volltext
Bauernaufstand von B. von Münchhausen, vor 1945 †„Die Glocken stürmten vom Bernwardsturm, / der Regen durchrauschte die Straßen, / und durch die Glocken und durch den Sturm / gellte des Urhorns Blasen.“Münchhausen1945Volltext
Begegnung von Heinrich Heine, 1844„Wohl unter der Linde erklingt die Musik, / Da tanzen die Burschen und Mädel, / Da tanzen zwei die niemand kennt, / Sie schau’n so schlank und edel.“Heine1844Volltext
Beine hat uns zwei gegeben von Heinrich Heine, vor 1856 †„Beine hat uns zwei gegeben / Gott der Herr, um fortzustreben, / Wollte nicht, daß an der Scholle / Unsre Menschheit kleben solle. / Um ein Stillstandsknecht zu sein, / Gnügte uns ein einzges Bein.“Heine1856Volltext
Belsazar von Heinrich Heine, 1820„Die Mitternacht zog näher schon; / In stummer Ruh lag Babylon.“Heine1820Volltext
Bothwell von Emanuel Geibel, um 1860„Wie bebte Königin Marie, / Als durchs geheime Pförtlein spat / Mit ungebognem Haupt und Knie / In ihr Gemach Graf Bothwell trat!“Geibel1860Volltext
Brigitte B. von Frank Wedekind, 1905„Ein junges Mädchen kam nach Baden, / Brigitte B. war sie genannt, / fand Stellung dort in einem Laden, / wo sie gut angeschrieben stand.“Wedekind1905Volltext
Das alte Steinkreuz am neuen Markt von D. v. Liliencron, vor 1909 †„Berlin-Cölln war die Stadt genannt / Und tat viel Lärm verbreiten, / Da lebte mal ein Musikant, / In sagenhaften Zeiten. / Der rührte so sein Saitenspiel, / Daß Alles auf die Kniee fiel / Vor lauter Seligkeiten.“Liliencron1909Volltext
Das Bahrrecht von Adolf Friedrich von Schack, vor 1894 †„»Nun geht, Graf Otto! Zum drittenmal / Erduldetet ihr die Folterqual / Und habt sie, wie keiner, bestanden. / Wohlan denn! Reinigt Euch ganz vom Verdacht, / Als hättet den Ohm Ihr umgebracht / Aus Gier nach Schätzen und Landen!“Schack1894Volltext
Das brave Lenchen von Wilhelm Busch, vor 1908 †„Auf einem Schlosse fern im Holz / Wohnt eine Frau gar reich und stolz. / In einem Hüttchen arm und klein / Wohnt Lenchen und ihr Mütterlein.“Busch1908Volltext
Das Burgfräulein von Windeck von Adelbert von Chamisso, vor 1838 †„Das Burgfräulein von Windeck. / Halt an den schnaubenden Rappen, / Verblendeter Rittersmann! / Gen Windeck fleucht, dich verlockend, / Der luftige Hirsch hinan.“Chamisso1838Volltext
Das Fegefeuer des westfälischen Adels von Annette von Droste-Hülshoff, 1841„Wo der selige Himmel, das wissen wir nicht, / Und nicht, wo der greuliche Höllenschlund, / Ob auch die Wolke zittert im Licht, / Ob siedet und qualmet Vulkanes Mund; / Doch wo die westfälischen Edeln müssen / Sich sauber brennen ihr rostig Gewissen, / Das wissen wir alle, das ward uns kund.“Droste1841Volltext
Das Gewissen von Georg Ruseler, vor 1920 †„Gerd Hansen, lang hat der Wind ihn geschwenkt, / und Raben pflücken ihn kahl: / Um dreitausend Taler ward er gehängt, / die Folkert Syassen stahl“Ruseler1920
Das Gewitter von Gustav Schwab, 1828„Urahne, Großmutter, Mutter und Kind, / In dumpfer Stube beisammen sind; / Es spielet das Kind, die Mutter sich schmückt, / Großmutter spinnet, Urahne gebückt“Schwab1828Volltext
Das Hexenkind von Joachim Ringelnatz, 1931„Das junge Ding hieß Ilse Watt. / Sie ward im Waisenhaus erzogen. / Dort galt sie für verstockt, verlogen, / Weil sie kein Wort gesprochen hat / Und weil man ihr es sehr verdachte, / Daß sie schon früh, wenn sie erwachte, / Ganz leise vor sich hinlachte.“Ringelnatz1931Volltext
Das Hünengrab von Wilhelm Müller, vor 1827 †„Schon wieder hundert Jahre! / Ich darf aus meiner Gruft / Heraus die Blicke senden / Und schöpfen frische Luft.“Müller1827Volltext
Das Kind am Brunnen von Friedrich Hebbel, vor 1863 †„Frau Amme, Frau Amme, das Kind ist erwacht! / Doch die liegt ruhig im Schlafe. / Die Vöglein zwitschern, die Sonne lacht, / Am Hügel weiden die Schafe.“Hebbel1863Volltext
Das Kind mit dem Gravensteiner von D. v. Liliencron, vor 1909 †„Ein kleines Mädchen von sechs, sieben Jahren, / Mit Kornblumenaugen und strohgelben Haaren, / Kommt mit einem Apfel gesprungen, / Hat ihn wie einen Ball geschwungen, / Von einer Hand ihn in die andre geflitzt, / Dass er blendend im grellen Sonnenlicht blitzt.“Liliencron1909Volltext
Das Köhlerweib ist trunken von Gottfried Keller, vor 1890 †„Das Köhlerweib ist trunken / Und singt im Wald; / Hört, wie die Stimme gellend / Im Grünen hallt!“Keller1890Volltext
Das Lied des James Monmouth von Theodor Fontane, 1853 (?)„Es zieht sich eine blutige Spur / Durch unser Haus von alters, / Meine Mutter war seine Buhle nur, / Die schöne Lucy Walters.“Fontane1853Volltext
Das Lied vom blöden Ritter von Heinrich Heine, 1822 (?)„Es war wohl ein Ritter trübselig und stumm, / Mit hohlen schneeweißen Wangen; / Er schwankte und schlenderte schlotternd herum, / In dumpfen Träumen befangen. / Er war so hölzern und täppisch und links, / Die Blümlein und Mägdlein die kicherten rings, / Wenn er stolpernd vorbey gegangen.“Heine1822Volltext
Das Lied vom braven Manne von Gottfried August Bürger, 1776„Hoch klingt das Lied vom braven Mann, / Wie Orgelton und Glockenklang. / Wer hohes Muts sich rühmen kann, / Den lohnt nicht Gold, den lohnt Gesang. / Gottlob! daß ich singen und preisen kann: / Zu singen und preisen den braven Mann.“Bürger1776Volltext
Das Lied von der Glocke von Friedrich Schiller, 1799„Fest gemauert in der Erden / Steht die Form, aus Lehm gebrannt. / Heute muß die Glocke werden. / Frisch Gesellen, seid zur Hand.“Schiller1797Volltext
Das Riesenspielzeug von Adelbert von Chamisso, 1831„Burg Niedeck ist im Elsaß der Sage wohl bekannt, / Die Höhe, wo vor Zeiten die Burg der Riesen stand; / Sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer, / Du fragest nach den Riesen, du findest sie nicht mehr.“Chamisso1831Volltext
Das Sklavenschiff von Heinrich Heine, vor 1853/54 (?)„Der Superkargo Mynher van Koek / Sitzt rechnend in seiner Kajüte; / Er kalkuliert der Ladung Betrag / Und die probabeln Profite.“Heine1853Volltext
Der 6. November 1632 von Theodor Fontane, 1847„Schwedische Heide, Novembertag, / der Nebel grau am Boden lag, / hin über das Steinfeld von Dalarn / holpert, stolpert ein Räderkarr’n.“Fontane1847Volltext
Der Handschuh von Friedrich Schiller, 1797 „Vor seinem Löwengarten, / Das Kampfspiel zu erwarten, / Saß König Franz, / Und um ihn die Großen der Krone, / Und rings auf hohem Balkone / Die Damen in schönem Kranz.“Schiller1797Volltext
Der Knabe im Moor von Annette von Droste-Hülshoff, 1842„O, schaurig ist’s, übers Moor zu gehn, / Wenn es wimmelt vom Haiderauche, / Sich wie Phantome die Dünste drehn / Und die Ranke häkelt am Strauche, / Unter jedem Tritte ein Quellchen springt, / Wenn aus der Spalte es zischt und singt – / O, schaurig ist’s, übers Moor zu gehn, / Wenn das Röhricht knistert im Hauche!“Droste-Hülshoff1842Volltext
Der Reiter und der Bodensee von Gustav Schwab, 1826„Der Reiter reitet durchs helle Tal, / Auf Schneefeld schimmert der Sonne Strahl.“Schwab1826Volltext
Der Ring des Polykrates von Friedrich Schiller, 1797„Er stand auf seines Daches Zinnen, / Er schaute mit vergnügten Sinnen, / Auf das beherrschte Samos hin. / Dieß alles ist mir unterthänig, / Begann er zu Egyptens König, / Gestehe daß ich glücklich bin.“Schiller1797Volltext
Der Schatzgräber von J. W. v. Goethe, 1797„Arm am Beutel, krank am Herzen, / Schleppt’ ich meine langen Tage. / Armuth ist die größte Plage, / Reichthum ist das höchste Gut! / Und, zu enden meine Schmerzen, / Ging ich einen Schatz zu graben. / Meine Seele sollst du haben! / Schrieb ich hin mit eignem Blut.“Goethe1797Volltext
Der Taucher von Friedrich Schiller, 1797„Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp, / Zu tauchen in diesen Schlund? / Einen goldnen Becher werf ich hinab, / Verschlungen schon hat ihn der schwarze Mund. / Wer mir den Becher kann wieder zeigen, / Er mag ihn behalten, er ist sein eigen.“Schiller1797Volltext
Der Totentanz von J. W. v. Goethe, 1813„Der Türmer, der schaut zumitten der Nacht / Hinab auf die Gräber in Lage; / Der Mond, der hat alles ins Helle gebracht; / Der Kirchhof, er liegt wie am Tage. / Da regt sich ein Grab und ein anderes dann: / Sie kommen hervor, ein Weib da, ein Mann, / In weißen und schleppenden Hemden.“Goethe1813Volltext
Der Zauberlehrling von J. W. v. Goethe, 1797 „Hat der alte Hexenmeister / sich doch einmal wegbegeben! / Und nun sollen seine Geister / auch nach meinem Willen leben.“Goethe1797Volltext
Die Braut von Korinth von J. W. v. Goethe, 1797„Nach Korinthus von Athen gezogen / kam ein Jüngling, dort noch unbekannt. / Einen Bürger hofft er sich gewogen; / beide Väter waren gastverwandt, / hatten frühe schon / Töchterchen und Sohn / Braut und Bräutigam voraus genannt.“Goethe1797Volltext
Die Brück‘ am Tay von Theodor Fontane„»Wann treffen wir drei wieder zusamm?« / »Um die siebente Stund‘, am Brückendamm.« / »Am Mittelpfeiler.« / »Ich lösche die Flamm.«“Fontane1880Volltext
Die Bürgschaft von Friedrich Schiller, 1798 „Zu Dionys dem Tirannen schlich / Möros, den Dolch im Gewande, / Ihn schlugen die Häscher in Bande. / Was wolltest du mit dem Dolche, sprich! / Entgegnet ihm finster der Wütherich. / „Die Stadt vom Tyrannen befreien!“ / Das sollst du am Kreutze bereuen.“Schiller1798Volltext
Die Frauen von Nidden von Agnes Miegel, vor 1955„Die Frauen von Nidden standen am Strand, / Über spähenden Augen die braune Hand, / Und die Boote nahten in wilder Hast, / Schwarze Wimpel flogen züngelnd am Mast.“Miegel1955Volltext
Die Füße im Feuer von Conrad Ferdinand Meyer, 1864„Wild zuckt der Blitz. In fahlem Lichte steht ein Thurm. / Der Donner rollt. Ein Reiter kämpft mit seinem Roß, / Springt ab und pocht ans Thor und lärmt. Sein Mantel saust / Im Wind. Er hält den scheuen Fuchs am Zügel fest. / Ein schmales Gitterfenster schimmert golden hell / Und knarrend öffnet jetzt das Thor ein Edelmann …“Meyer1864Volltext
Die Schlesischen Weber von Heinrich Heine, vor 1844 „Im düstern Auge keine Thräne, / Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne: / Deutschland, wir weben Dein Leichentuch, / Wir weben hinein den dreifachen Fluch – / Wir weben, wir weben!“Heine1844Volltext
Die Schnitterin von Gustav Falke, vor 1916 †„War einst ein Knecht, einer Witwe Sohn, / Der hatte sich schwer vergangen. / Da sprach sein Herr: »Du bekommst deinen Lohn, / Morgen musst du hangen.«“Falke1916Volltext
Die Weihnachtsmaus von James Krüss, vor 1997 †Aus urheberrechtlichen Gründen ist der Gedichtanfang nicht vorhanden.Krüss1997Volltext
Die zwei Raben von Theodor Fontane, 1855„Ich ging über’s Heidemoor allein, / Da hört ich zwei Raben kreischen und schrein; / Der eine rief dem andern zu: / »Wo machen wir Mittag, ich und du?«“Fontane1855Volltext
Een Boot is noch buten!, Arno Holz, vor 1886„»Ahoi! Klas Nielsen und Peter Jehann! / Kiekt nach, ob wi noch nich to Mus sind! / Ji hewt doch gesehn den Klabautermann? / Gottlob, dat wi wedder to Hus sind!« / Die Fischer riefen’s und stießen ans Land / und zogen die Kiele bis hoch auf den Strand, / dumpf an rollten die Fluten; / Han Jochen aber rechnete nach / und schüttelte finster sein Haupt und sprach: / »Een Boot is noch buten!«“Holz1886Volltext
Erlkönig von J. W. v. Goethe, 1782 „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? / Es ist der Vater mit seinem Kind; / Er hat den Knaben wohl in dem Arm, / Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.“Goethe1782Volltext
Gorm Grymme von Theodor Fontane, 1864„König Gorm herrscht über Dänemark, / Er herrscht die dreißig Jahr, / Sein Sinn ist fest, seine Hand ist stark, / Weiß worden ist nur sein Haar, / Weiß worden sind nur seine buschigen Brau’n, / Die machten Manchen stumm, / In Grimme liebt er drein zu schau’n, – / Gorm Grymme heißt er drum.“Fontane1864Volltext
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland von Theodor Fontane, 1889„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, / Ein Birnbaum in seinem Garten stand, / Und kam die goldene Herbsteszeit / Und die Birnen leuchteten weit und breit, / Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl, / Der von Ribbeck sich beide Taschen voll. / Und kam in Pantinen ein Junge daher, / So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?« / Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn, / Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«“Fontane1889Volltext
Johanna Sebus von J. W. v. Goethe, 1809„Der Damm zerreißt, das Feld erbraust, / Die Fluten spülen, die Fläche saust. / „Ich trage dich, Mutter, durch die Flut, / Noch reicht sie nicht hoch, ich wate gut.“ – / „Auch uns bedenke, bedrängt wie wir sind, / Die Hausgenossin, drei arme Kind!“Goethe1809Volltext
John Maynard von Theodor Fontane, 1886 (?) „John Maynard! / „Wer ist John Maynard?“ / „John Maynard war unser Steuermann, / Aushielt er, bis er das Ufer gewann, / Er hat uns gerettet, er trägt die Kron, / Er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn. / John Maynard.“Fontane1886Volltext
Leonore von Gottfried August Bürger, 1773„Lenore fuhr um’s Morgenroth / Empor aus schweren Träumen: / „Bist untreu, Wilhelm oder todt? / Wie lange willst du säumen?“ – / Er war mit König Friedrich’s Macht / Gezogen in die Prager Schlacht, / Und hatte nicht geschrieben, / Ob er gesund geblieben.“Bürger1773Volltext
Maria und Bothwell von Theodor Fontane, 1851„König Darnley liegt erschlagen, / Graf Bothwell hat es getan; / Sechs Lords von Schottland tragen / Die Leiche nach Sankt Alban, / Sie stellen bei Fackelscheine / Den Sarg an den Altar hin – / Von Trauernden fehlt nur eine, / Maria, die Königin.“Fontane1851Volltext
Nis Randers von Otto Ernst, vor 1901„Krachen und Heulen und berstende Nacht, / Dunkel und Flammen in rasender Jagd – / Ein Schrei durch die Brandung!“Ernst1901Volltext
Paddy Fingal von Wilhelm Brandes, 1908 (?)„Paddy Fingal war von Riesenart: / Sechs Ellen flog sein schwarzer Bart, / seine Fäuste waren wie Tonnen groß, / einen Mastbaum führt‘ er als Wurfgeschoß, / so ein Kerl war Paddy Fingal!“Brandes1908Volltext
Pidder Lüng von D. v. Liliencron, vor 1902„Der Amtmann von Tondern, Henning Pogwisch, / Schlägt mit der Faust auf den Eichentisch: / Heut fahr ich selbst hinüber nach Sylt / Und hol mir mit eigner Hand Zins und Gült.“Liliencron1902Volltext
Wagen an Wagen von Agnes Miegel, 1949„Um Allerseelen / In der dunklen Nacht, / Wenn vor uns stehen, / Die immer neu unserem Herzen fehlen, – / Erinnrung erwacht“Miegel1949Volltext

Hinweis: In dieser Übersicht deutscher Balladen wurde versucht, ein möglichst umfassendes Abbild der deutschsprachigen Balladendichtung zu geben. Teils werden dabei Texte aufgeführt, die an anderen Stellen als Lied oder Romanze eingeordnet werden. Eine eindeutige Unterscheidung der Gattungen ist nicht in jedem Fall möglich. Wir haben versucht, lediglich Balladen aufzunehmen, die per Definition die wesentlichen Merkmale der Gedichtform erfüllen.

Erscheinungsjahr: Mitunter ist es nicht möglich, das genaue Erscheinungsjahr einer Ballade rückblickend herauszufinden. Konnten wir ein gesichertes Jahr finden, ist dieses angegeben. Teils steht vor bei einem Datum. Dies geschieht, wenn das Erscheinungsjahr nicht zu ermitteln war und bedeutet hier, dass wir Quellen finden konnten, die das Werk vor diesem Jahr nannte. War das nicht möglich, ist das Todesjahr des Autors angegeben – dargestellt mit †. Steht hinter dem Jahr (?), ist die Quelle unter Umständen fehlerhaft.


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